
Hinter den Kulissen des Snapdragon-Kurzfilms „Rush Order“ von Something's Awry Productions Something's Awry Productions nimmt uns in „Rush Order“ mit auf eine futuristische Polizeijagd. Das neueste Kreativprojekt ist ein Beitrag für den Snapdragon Summit 2025.
Ob es um Marken-Content für Kunden wie Disney oder virale Videos für soziale Medien geht: Something's Awry Productions steckt einfach voller Kreativität. Das Indie-Animationsstudio hat sich mit zahlreichen Animationsprojekten, VFX-Videos und Marken-Content den Ruf erworben, eine neue Perspektive auf Alltagssituationen zu finden.
Für den diesjährigen Snapdragon Summit hat Something's Awry einen mitreißenden Kurzfilm geschaffen. Er zeigt die kreativen Möglichkeiten, die mit Cinema 4D und ZBrush bald möglich sind, wenn die Tools im Frühjahr 2026 Teil der Windows-Laptops der Snapdragon X Series werden.
Wir haben Amy und Kris Theorin von Something's Awry Productions getroffen, um einen Blick hinter die Kulissen der futuristischen Welt von „Rush Order“ zu werfen.
Was war die Inspiration hinter „Rush Order“?
Theorin: Die Geschichte von „Rush Order“ ist aus einer Kombination von Ideen und technischen Herausforderungen entstanden. Wir hatten nur etwas mehr als fünf Wochen Zeit für den Kurzfilm, also mussten wir überlegen, wie sich unter diesen Umständen ein Film gestalten lässt. Vor diesem Hintergrund kam ich sofort auf die Idee einer Verfolgungsjagd bei hohem Tempo durch die Straßen der Stadt. Dadurch konnten wir nicht nur die Charakteranimation deutlich zurückfahren, sondern konnten auch etwas viel Leichteres animieren, ohne beim visuellen Flair Kompromisse eingehen zu müssen.

Wir überlegten, wie wir diese Struktur in eine Story gießen könnten, und ab da ergab sich alles. Seit mehreren Jahren entwickelt unser Creative Director Kurtis Theorin eine Serie über einen Adrenalin-Junkie und Rideshare-Fahrer , der in naher Zukunft in „Neo-Kalifornien“ lebt. Zu Beginn haben wir einige Konzeptzeichnungen, Fahrzeuge, Charaktere und ein paar 3D-Modelle entwickelt. Dabei wurde unser Rideshare-Fahrer einfach gegen eine geschwindigkeitsbegeisterte Essenslieferantin getauscht, denn in keiner Branche steht Tempo mehr im Mittelpunkt. Und schon konnten wir loslegen!

Kannst du erklären, wie du die Hauptfigur in ZBrush modelliert hast?
Theorin: Bei der Entwicklungsarbeit, die wir an dieser IP geleistet haben, hatte die Hauptfigur Lucy kein vollständiges Figuren-Turnaround. Allerdings hatte sie viele Posen, Gesichtsausdrücke und Designs, mit denen wir eine Collage von Referenzen für unseren Sculptor zusammenstellten. Zwecks Sculpting in ZBrush habe ich alles in einem einzigen Dokument an unsere Freunde bei Toonz geschickt. Selbst habe ich mich unterdessen auf das Modellieren von Assets und Umgebungen konzentriert. Toonz hat dann die wichtigsten Formen der Figur Stück für Stück entwickelt und danach zusätzliche Details kombiniert, geglättet und gesculptet. Trotz fehlendem vollständigem Turnaround und der knappen Frist ist Toonz diese Anime-ähnliche Figur perfekt gelungen. Danach habe ich dann in Cinema 4D meine Anpassungen vorgenommen und alles zusammengestellt!
Das Set von „Rush Order“ ist super detailliert – kannst du uns den Entstehungsprozess und den Szenenaufbau in Cinema 4D erklären?
Theorin: Die Welt von „Rush Order“ basierte stark auf Assets von Kitbash3D. Fast alle Hintergrund-Assets stammten aus einem der Cyberpunk-Kits. Vor der Bearbeitung in Cinema 4D musste ich aber alles in Substance Painter neu texturieren und an den gezeichneten Look unserer Figuren anpassen. Das war ein ziemlich einfacher Prozess mit einem Zeichnen-Preset, das ich aus mehreren Materialpaketen kombiniert habe. Bei den Gebäuden konnte ich mit den neuen UDIM-Tools von Cinema 4D die Detailgenauigkeit erhöhen. Nachdem alle Assets in Cinema 4D texturiert und geshaded waren, war es nur noch eine Frage des Aufbaus der Umgebungen. Wie beim Bauen mit Legosteinen habe ich Stadtviertel, Hauptstraßen und kleinste Gassen angeordnet.

Erzähl uns mehr über den Animations-Workflow.
Theorin: Bei den meisten unserer früheren Kurzfilme haben wir zur Beschleunigung der Animation stark auf Motion-Capture-Technologie gesetzt. Bei „Rush Order“ rückte Motion Capture jedoch in den Hintergrund. Da der Großteil des Films eine Verfolgungsjagd bei hoher Geschwindigkeit ist, musste ich fast alles von Hand animieren. Glücklicherweise können Verfolgungsjagden und Fahrzeuganimationen wegen der hohen Geschwindigkeit und des Kamerawackelns sehr verzeihend sein. Trotzdem steckte diese Phase durchaus voller Herausforderungen. Nachdem wir uns für eine Musik entschieden hatten, mussten Teile der Story-Beats so komprimiert werden, dass sie in bestimmte Abschnitte des Songs passten. Dafür musste die Kamera sehr bewusst und dynamisch agieren. Man merkt vielleicht, dass die Kamera oft gezwungen ist, zwei Aspekte der Handlung in einer Einstellung zu kombinieren, denn nur so konnten wir innerhalb der vorgegebenen Zeit eine vollständige Geschichte erzählen. Das erforderte besondere Sorgfalt bei der Animation der Kamera und der Art und Weise, wie sie sich auf die Animation des Charakters auswirkte.

Welche Tools hast du für die letzten Touches verwendet?
Theorin: Sobald die Aufnahmen gerendert waren, war es Zeit für die Details im Compositing. Ich setze immer eine Reihe von Red Giant-Plugins ein, um den Look zu erreichen, den ich möchte, aber jetzt hatte ich die zusätzliche Herausforderung des gezeichneten Stils. Wie immer sind Colorista, Optical Glow und Magic Bullet Looks prägend für den Look des Stücks. Da der Kurzfilm außerdem größtenteils bei Sonnenuntergang spielt, gibt es kaum eine Aufnahme, in der keine Real Lens Flares direkt außerhalb des Bildes platziert werden, damit ein leichter Glow entsteht. Im Einklang mit der Cyberpunk-Ästhetik der nahen Zukunft habe ich außerdem Holomatrix in jeden Screen, jede Werbung und jede Titlecard im Kurzfilm eingebaut. Schließlich habe ich auf alle Aufnahmen einen Kuwahara-Filter gelegt, damit die Details weicher werden und ich einen etwas stärker gezeichneten Look bekomme. Mit verschiedenen Masken habe ich die Details Bild für Bild ergänzt oder zurückgenommen. Ich habe darauf geachtet, dass Gesichter und Schlüsseldetails der Figuren scharf bleiben, und bei bestimmten Einstellungen im Hintergrund die Scharfzeichnung reduziert. Dieser kleine Schritt hat die zusätzlichen 10 Prozent gebracht, die die endgültigen Bilder erst richtig zur Geltung bringen.

Wie hast du die Geschichte im finalen Rendering zum Leben erweckt?
Theorin: Da wir im Grunde ein Musikvideo gemacht haben, mussten bestimmte Dinge zu bestimmten Zeiten passieren, damit sie zum Timing des Songs passten. Ich habe ein sehr detailliertes Animatic erstellt und zur Musik getimed, um zu sehen, wie der Flow ist. So wussten wir und der Kunde, was in dieser Zeit möglich ist, und erhielten einen frühen Einblick in Blocking und Setdesign. Ein so detailliertes Animatic in Cinema 4D war für mich eine Premiere. Es hat mir eine gute Vorstellung davon gegeben, wie viel von bestimmten Kulissen, Requisiten und Figuren zu sehen ist. Bei der Entwicklung der Assets und der Animierung von Szenen gab es dann keine Überraschungen und keine verschwendete Arbeit.
Nachdem der erste Entwurf des Films fertig war, standen wir weiterhin vor der Herausforderung, die Handlung klarer zu machen und das Pacing zu verbessern. Das Team hatte mir Feedback gegeben, dass Teile der Geschichte nicht klar genug vermittelt wurden. Daher musste ich noch einmal kreativ werden. Also habe ich Shots neu animiert oder zugeschnitten und neue Zwischenaufnahmen hinzugefügt, zum Beispiel Lucy, wie sie sich die Fast-Food-Tüte nimmt. Wir haben Lucys Aktionen auch etwas mehr Persönlichkeit verliehen, damit sich Zuschauer in so kurzer Zeit besser in sie hineinversetzen können.

Was war die größte Herausforderung dieses Projekts?
Theorin: Zeit war während der gesamten Produktion ein Problem. Neben der Arbeit von Toonz an Lucys Sculpt und den bestehenden Charakterdesigns lag der Großteil der Produktion und Postproduktion bei mir. Es blieb nicht viel Zeit, aber dank etablierter Techniken und Workflows ist das Projekt nicht aus dem Ruder gelaufen. Weil ich schon so viele ähnliche Projekte gemacht hatte, verlief die Produktion des Films reibungslos, und die endgültige Animation wurde rechtzeitig fertig.
Bei deiner Arbeit konzentrierst du dich auf einzigartige Perspektiven und stellst das Gewöhnliche in Frage. Welchen Rat würdest du Artists geben, die auch dieses Ziel verfolgen?
Theorin: Erschaffe etwas für deine Vorstellungen und nicht für die vermeintlichen Erwartungen von anderen. Lauf keinen Trends hinterher und verkauf deine Seele nicht an den Algorithmus. Konzentriere dich auf das, was dich glücklich macht. Schätz dein Arbeitstempo richtig ein und nimm nicht mehr an, als du schaffen kannst – das habe ich bei der 3D-Animation auf die harte Tour gelernt. Du erlernst das Mediums nur mit jahrelanger Entwicklungspraxis. Nutze jedes kleine Projekt als Sprungbrett zu größeren. So bist du bereit, wenn sich dir eine gute Chance mit knappem Zeitfenster bietet.

Woran arbeitest du gerade?
Theorin: Wir haben bei Something's Awry immer mehrere Projekte in petto, darunter auch lustige Animationen, denen wir uns widmen, wenn es mal weniger kommerzielle Arbeit gibt! Im Moment steht der Ausbau unserer Live-Action-VFX-Arbeit auf Instagram und der damit geschaffenen Jobchancen im Mittelpunkt. Ich denke, die Welt oder die Charaktere von „Rush Order“ hast du nicht zum letzten Mal gesehen! Unser IP „Neo-Kalifornien“ wächst stetig weiter. Es lohnt sich, immer mal wieder zu sehen, was es Neues gibt.
Nadia Yangin ist Texterin bei Maxon.





