
Vom Bild zum Impact Wie Redivider Studio fesselnde Visuals in virale Kampagnen verwandelt.
Projekt-Workflow und Ergebnis
Mit mehr als 15 Jahren gebündelter Erfahrung entwickelt das neu gegründete Redivider Studio eindrucksvolle Visuals für Kampagnen, die weltweit für Aufmerksamkeit sorgen. Für seine jüngste VFX-Arbeit an der Greenpeace-Kampagne „OILympics“ nutzte Redivider Studio Cinema 4D, um eindrucksvolle Szenen zu gestalten, und Redshift, um riesige Partikelmengen zu rendern.
Viele Artists möchten wirkungsvolle Arbeiten schaffen, die Menschen auf der ganzen Welt bewegen – Werbung, die für immer in Erinnerung bleibt, Spots, die zu Tränen rühren, oder Filme, die man sich immer wieder ansieht. Genau darin sieht Redivider Studio seine Mission: eindrucksvolle, unvergessliche Visuals für Themen zu entwickeln, die dem Team am Herzen liegen.
Der Mitgründer von Redivider Studio, Tim Smit, machte bereits 2009 mit seinem No-Budget-Kurzfilm „What's in the Box?“ in Hollywood auf sich aufmerksam. Daraus entstand später sein Spielfilmdebüt „Kill Switch“. Heute führt er gemeinsam mit den VFX-Artists Matthijs Joor und Dieuwer Feldbrugge sowie dem Cinema-4D-Spezialisten Sohaib Bouaiss das neu gegründete VFX-Studio Redivider. Das Team bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen VFX, Projektproduktion und Regie mit.
Das Team lässt sich von der Kunst des kreativen Schaffens, Filmen wie dem Original „Jurassic Park“ und der Natur inspirieren – mit dem Ziel, das Staunen wieder in die Welt zurückzubringen. Der Name „Redivider“ spielt auf die Teilung einzelner Zellen an, aus der die faszinierende Vielfalt des Lebens entsteht. Außerdem ist der Name ein Palindrom und spiegelt damit eine klare und wunderschön symmetrische Ästhetik wider.
Wir haben hinter die Kulissen geblickt und mit dem Team vom Redivider Studio über den Entstehungsprozess von „OILympics“ gesprochen – ihrem neuesten Projekt, das in Zusammenarbeit mit Studio Birthplace für Greenpeace entstand.
Erzählt uns von der Art von Projekten, an denen ihr arbeitet.
Smit: WWir haben Redivider Studio erst vor wenigen Monaten gemeinsam mit einem großartigen Team gegründet. Wir konzentrieren uns auf Projekte mit Botschaften, die wir unterstützen möchten. Unsere Arbeiten enthalten immer ein Element, das über die Realität hinausgeht. Wir arbeiten oft mit Studio Birthplace zusammen, die die kreativen Köpfe hinter vielen brillanten Kampagnen wie „Wear Wool, not Waste“ und „Wear Wool, not Fuel“ für Woolmark sowie „TotalPollution“, „Respect the Amazon“ und natürlich „OILympics“ für Greenpeace sind.

Unsere Inspiration entsteht meist aus kreativen Diskussionen, den besonderen Herausforderungen eines Projekts, Projekten/Artists, die wir bewundern, oder ganz einfach aus der Natur. Derzeit arbeiten wir beispielsweise an unserem persönlichen Kurzfilm „Axis Mundi“, in dessen Mittelpunkt riesige Kreaturen stehen, die unsere Welt fruchtbar machen. Dafür haben wir Bücher, Bilder aus dem Internet, Geschichten, die uns faszinieren, und die Formen und Strukturen der Natur als Inspirationsquellen genutzt. Für jedes Projekt sammeln wir Referenzen und lassen uns von allem inspirieren, was uns während dieser Recherchephase begegnet. Besonders reizen uns Projekte, die konzeptionell oder visuell einen experimentellen Ansatz verfolgen.
Wie lautete das Creative Briefing für das Projekt „OILympics“ und wie habt ihr die Idee weiterentwickelt?
Smit: Unser langjähriger Kreativpartner Studio Birthplace stellte uns das Projekt vor, nachdem wir bereits bei „TotalPollution“ für Greenpeace zusammengearbeitet hatten. Dieses Mal war das Briefing etwas anders. Wir wollten echte Menschen zeigen, die an drei olympischen Wintersportdisziplinen teilnehmen, und diese Szenen mit Öl verschmelzen lassen, da die Spiele von Eni gesponsert werden. Ziel war es, sich an der Dynamik von GoPro-Aufnahmen von Athleten zu orientieren und den Kontrast zwischen weißem Schnee und Eis und schwarzem Öl zum zentralen Thema des Videos zu machen. Zu Beginn legten wir gemeinsam die Rahmenbedingungen fest, um sicherzustellen, dass sich das Projekt innerhalb des vorgesehenen Budgets und des kreativen Umfangs umsetzen ließ. Anschließend sichteten wir zahlreiche Referenzaufnahmen und begannen mit der Previsualisierung. Hier begann der eigentliche Spaß! Wir experimentierten mit unterschiedlichen Ideen und Kameraperspektiven, bis die finalen Einstellungen feststanden. Sobald alle zufrieden waren, starteten wir mit der Umsetzung der einzelnen Shots.
Führt uns durch euren Workflow.
Smit: Für jede Szene erstellten wir zunächst eine Previsualisierung und achteten darauf, dass sie sich nahtlos in die finalen Produktions-Shots überführen ließ. Dafür achteten wir bereits während der R&D-Phase der Previsualisierung auf korrekte Größenverhältnisse sowie die exakte Positionierung von Kamera und Szenenelementen. Wir richteten die Beleuchtung in Cinema 4D ein und verwendeten einfache Shader auf der Geometrie, um die grundlegende Stimmung festzulegen. Parallel dazu arbeiteten wir in Autodesk 3ds Max mit TyFlow und PhoenixFD an den FX. Danach verfeinerten wir die Shader und stimmten die Beleuchtung der Szene bis ins Detail ab.
Die Athleten basierten auf Stock-Modellen, die wir mit eigens erstellten Assets und Texturen überarbeiteten, um ihre Outfits an die tatsächliche Kleidung der Olympischen Winterspiele anzupassen.


Zum Schluss nutzten wir Redshift, um große Mengen an Partikeln – etwa Schnee und Eis – zu rendern. Diese Render-Passes wollten wir bewusst von den eigentlichen Cinema-4D-Szenendateien getrennt halten. Alle benötigten FX, beispielsweise Flüssigkeitssimulationen und Partikelsysteme, importierten wir anschließend über Alembic zurück nach Cinema 4D. Das kann zwar gelegentlich etwas träge sein, funktioniert für kleinere Produktionen wie diese aber dennoch sehr gut.
Was habt ihr bei der Arbeit an diesem Projekt gelernt?
Smit: Dieses Projekt hat uns gezeigt, wie man mit nur wenigen Shots eine fesselnde Geschichte erzählt und dabei gleichzeitig ein hohes Qualitätsniveau und viel Dynamik beibehält.
“Wir arbeiten unglaublich gern mit Cinema 4D, weil wir damit Shots extrem schnell aufsetzen können.”– Tim Smit
Bemerkenswert ist, dass wir das gesamte Projekt mit einem sehr kleinen Team von nur drei Artists in lediglich vier Wochen realisieren konnten – möglich wurde das durch unsere langjährige Erfahrung mit Cinema 4D und Redshift. Auch wenn wir gelegentlich andere Software einsetzen, arbeiten wir besonders gern mit Cinema 4D, weil wir damit Shots außergewöhnlich schnell aufsetzen können.

Welche Rolle spielen kreative Tools wie Cinema 4D und Redshift dabei, visuell eindrucksvolle Kampagnenfilme zu
Bouaiss: Bei vielen unserer Projekte und Entwicklungsprozesse ist es entscheidend, visuelle Konzepte und Ideen frei erkunden und ausprobieren zu können. Starre Software-Pipelines und enge Zeitpläne lassen dafür oft kaum Raum. Obwohl wir mit vielen verschiedenen Software-Tools arbeiten, setzen wir, wann immer möglich, besonders gern Cinema 4D und Redshift ein. Damit können wir Szenen schnell aufbauen und unmittelbar erkennen, welche Ideen funktionieren und welche nicht. Die Geschwindigkeit, mit der wir Shader und Beleuchtung einrichten und bestehende Setups anpassen können, ermöglicht es uns, bereits in einer frühen Projektphase unterschiedlichste Ansätze auszuprobieren, ohne von technischen Hürden ausgebremst zu werden. Diese Phase ist für uns besonders wichtig, weil sie unserer Kreativität freien Lauf lässt und uns eine klare Vorstellung davon vermittelt, in welche Richtung wir unsere künstlerische Vision weiterentwickeln möchten.
Welche Projekte stehen bei Redivider Studio als Nächstes an?
Smit: Wir haben bereits weitere Awareness-Videos in Arbeit, die menschliche Bilddaten auf beeindruckende Weise visualisieren – ähnlich wie unsere frühere Zusammenarbeit mit Studio Birthplace für die Canopy-Kampagne „Pack4Good“. Außerdem arbeiten wir an einem richtig coolen Werbespot für eine große internationale Chipsmarke, an Kurzfilmen für Freunde und entwickeln gleichzeitig unsere eigenen Inhouse-Produktionen weiter.

Wichtige Erkenntnisse
Redivider Studio ist ein neues VFX-Studio, das sich auf wirkungsvolle VFX-Projekte spezialisiert hat – wie die gemeinsam mit Studio Birthplace entwickelte „OILympics“-Kampagne für Greenpeace.
Cinema 4D ermöglichte dem Studio, Shots schnell aufzusetzen und verschiedene visuelle Konzepte und Ideen frühzeitig zu erkunden.
Mit Redshift renderte das Studio große Mengen an Partikeln, um Schnee und Eis zu erzeugen.
Nadia Yangin ist Texterin bei Maxon.