Moderne Badeszenerie von Atelier 522 erstellt in Cinema 4D und Redshift-Rendering

Architektonische Markenerlebnisse auf einem neuen Level Wie atelier 522 Bettes Markenidentität neu definierte und seine technische Expertise durch detailreiche Interior-Visualisierungen erlebbar machte.


Das Designbüro atelier 522 entwickelte gemeinsam mit dem deutschen Badezimmerhersteller Bette eine neue Markenidentität. Mit dem Projekt Bathscapes machte das Team Bettes technische Expertise durch detailreiche, emotional inszenierte Interior-Visualisierungen erlebbar. Mithilfe eines interdisziplinären Workflows aus Archicad, Rhino, Cinema 4D und Redshift entstanden 14 individuelle Badezimmerwelten. Dabei kamen unter anderem Features wie der MoGraph Cloner sowie die Asset-Bibliothek von Cinema 4D zum Einsatz. Fotorealistische Materialien und atmosphärische Beleuchtung aus Redshift verliehen den finalen Renderings ihre eindrucksvolle Wirkung.

atelier 522 ist ein interdisziplinäres Büro für Strategie und Design mit mehr als 68 Designern aus den Bereichen Architektur, Interior Design, Kommunikationsdesign, Produktdesign, Motion Design, Philosophie und Strategie. Gemeinsam schaffen sie ganzheitliche Konzepte und Lösungen für Marken und Einrichtungen – von immersiven Gastronomiekonzepten und Hotelsuiten der nächsten Generation bis hin zu zukunftsweisenden Campus-Konzepten für internationale Unternehmen.

Bette, ein deutsches Unternehmen für hochwertige Badezimmerprodukte aus glasiertem Titanstahl, wandte sich mit einem klar formulierten und zugleich ambitionierten Auftrag an atelier 522: Die Marke sollte neue Perspektiven auf das Badezimmer eröffnen – nicht nur als funktionalen Raum, sondern als architektonische und emotionale Erlebniswelt.

Wir haben mit Lara Reitz von atelier 522 darüber gesprochen, wie das Studio die Markenidentität von Bette neu gestaltete und die Expertise des Unternehmens in ein Markenerlebnis übersetzt hat, das Architekten, Planer und Endkunden gleichermaßen anspricht. 

Porträt des Teams von Atelier 522, spezialisiert auf Architektur, Innenraum- und Motion-Design

Reitz: Bette ist für seine Materialkompetenz und technische Präzision bekannt. Deshalb war es an der Zeit, die Sichtbarkeit und Wiedererkennbarkeit der Marke so weiterzuentwickeln, dass sie diesen Qualitäten gerecht wird. Unsere Herausforderung bestand darin, diese technischen Stärken in ein ganzheitliches Markenerlebnis zu übersetzen, das Bette nicht nur auf Produktebene differenziert, sondern auch emotional, architektonisch und kulturell.

Mit Bathscapes wollten wir bewusst über klassische Produktkommunikation hinausgehen und eine Erzählung entwickeln, die Bette vom Hersteller hochwertiger Produkte zu einem visionären Partner für die Badezimmerarchitektur von heute und morgen macht. Die eigentliche Herausforderung bestand dabei nicht darin, was Bette produziert, sondern wie die Marke wahrgenommen wird – mit einer stärkeren Stimme, einer klareren Haltung und einer unverwechselbaren Identität.

Reitz: Unser interdisziplinärer Ansatz gibt uns die Flexibilität, die unterschiedlichen Stärken unseres Teams optimal zu verbinden. Jedes Team arbeitete mit der Software, die für seinen Aufgabenbereich am besten geeignet war: Archicad für die Innenarchitektur, Rhino für das Produktdesign und Cinema 4D für Motion Design und Visualisierung. Ein direkter und schneller Austausch zwischen den Artists war entscheidend, um während des gesamten Projekts konsistent und effizient arbeiten zu können. In der Praxis tauschten wir Geometrie über FBX- oder STEP-Dateien aus. So konnte jedes Team in seiner bevorzugten Umgebung arbeiten und blieb gleichzeitig jederzeit auf die gemeinsame gestalterische Vision abgestimmt. Die Einrichtung mit Accessoires erfolgte erst später in Cinema 4D. Dadurch konnten wir problemlos mit hochauflösender Geometrie arbeiten, ohne Fehler zu riskieren. Ebenso wichtig war eine saubere Organisation von Ebenen und Gruppen zwischen Rhino und Cinema 4D. Sie beschleunigte den Prozess der Texturierung erheblich und sorgte gleichzeitig für einen organisierten Workflow. 

Reitz: Mehrere Features von Cinema 4D und Redshift waren für dieses Projekt besonders hilfreich. Mithilfe von HDRIs (High Dynamic Range Images) konnten wir fotorealistische Umgebungen erzeugen. Dadurch mussten wir deutlich weniger aufwendige Sets erstellen und konnten uns stärker auf das Compositing konzentrieren. Die Geometrieoptimierung mit Subdivision Surfaces half uns dabei, eine hohe Bildqualität aufrechtzuhalten und die Szenen dennoch effizient handhabbar zu halten. Darüber hinaus nutzten wir Instanzen, MoGraph Cloner mit dem Random Effector und Displacer mit Noise Shadern, um Objekte – beispielsweise Fliesenmuster – effizient zu duplizieren, zu variieren und dezent zu verändern. Dadurch wirkte die Geometrie lebendiger und realistischer, ohne den Workflow auszubremsen.

Cinema 4D- und Redshift-Komposition von Bette’s Bathscapes durch Atelier 522

Reitz: Wenn wir mit Redshift arbeiten, beginnen wir immer mit Materialien aus unseren digitalen Asset-Bibliotheken, wie Greyscalegorilla oder Cinema 4Ds Asset-Bibliothek. Anschließend passen wir sie so an, dass sie der Bildsprache entsprechen, die unsere Interior Designer in den Moodboards festgelegt haben. Unsere physische Materialbibliothek spielt während dieses Prozesses eine entscheidende Rolle. Dank echter Materialmuster unterschiedlichster Hersteller können wir Glanzgrad, Reflexionen, Farbstiche und Oberflächeneigenschaften präzise beurteilen. Der direkte Vergleich zwischen physischen Mustern und digitalen Shadern erleichtert es uns erheblich, hochrealistische und authentische Redshift-Materialien. perfekt abzustimmen.

Reitz: Wir haben jedes der 14 Badezimmer wie einen eigenständigen Charakter behandelt. Unsere Interior Designer entwickelten für jeden Raum ein individuelles Gestaltungskonzept, das unsere Produktdesigner anschließend mit sorgfältig ausgewählten Designobjekten und Produkten ergänzten. Zum Abschluss erweckte unser CGI- und Motion-Team die Räume durch Beleuchtung und Materialgestaltung zum Leben und verlieh ihnen Atmosphäre und Tiefe. Diese Zusammenarbeit verlieh jedem Badezimmer eine eigene Identität sowie ein Gefühl von Eleganz und zeitgemäßer Modernität. Dank der individuellen Gestaltung jedes Raums konnten die vielseitigen Produkte von Bette in ganz unterschiedlichen Kontexten präsentiert werden, ohne dabei ihre Authentizität und Überzeugungskraft zu verlieren.

Reitz: Derzeit arbeiten wir an mehreren interdisziplinären Projekten, in denen wir weiter erforschen, wie sich Raumgestaltung, digitale Tools und Storytelling zu stimmigen Markenerlebnissen verbinden lassen. Viele dieser Projekte gehen noch einen Schritt weiter und rücken Motion Design, Experience Design und digitale Erzählformate stärker in den Mittelpunkt – nicht als Element, das erst am Ende ergänzt wird, sondern als integralen Bestandteil des gesamten Gestaltungsprozesses. So werden Räume von Anfang an ganzheitlich konzipiert und kommuniziert.

Grundsätzlich beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Hospitality im weiteren Sinne: Wie können Marken zu besseren Gastgebern werden? Wie schaffen sie bedeutungsvolle, emotionale Verbindungen? Und wie können digitale Tools wie CGI und Motion dazu beitragen, diese Ideen in eindrucksvolle räumliche Erlebnisse zu übersetzen? Ob im Einzelhandel, in Arbeitswelten oder in der Hospitality-Architektur – wir beobachten eine stetig wachsende Nachfrage nach immersiven, dynamischen Inhalten, die Räume zum Leben erwecken. Genau in diesem Bereich möchten wir unsere Arbeit künftig weiter ausbauen. 


Sebastian Becker ist Senior Writer bei Maxon.

REGISTRIEREN

Halte Dich auf dem Laufenden über alles was Maxon betrifft. Eröffne einen Account und erhalte aktuelle Nachrichten, Vertriebs- und Eventinfos.