Realistischer 3D-Bad-Archviz von Kutuko Studio in Cinema 4D mit Redshift

Dynamische Archviz mit der perfekten Atmosphäre gestalten So erweckte Kutuko Studio Philips-Beleuchtung in dynamischen Badezimmerwelten zum Leben.


Für Philips entwickelte Kutuko Studio mit Cinema 4D und Redshift eine elegante Architekturvisualisierung für Badezimmerbeleuchtung, die zeigt, wie sich unterschiedliche Beleuchtungslösungen perfekt auf ein Raumkonzept abstimmen lassen. 

In Wohnräumen kann die Beleuchtung die gesamte Wirkung eines Raums verändern. Funktionale Produkte wie modulare Leuchten überzeugend in einer Architekturvisualisierung in Szene zu setzen, erfordert besonderes Können und eine innovative Vision. Diese Qualitäten stellte Kutuko Studio mit seinem neuesten Projekt für Philips-Badezimmerbeleuchtung eindrucksvoll unter Beweis.

Kutuko ist ein Kreativ- und Art-Direction-Studio mit Sitz in Madrid, das von Carlos Cabrera Olayo geleitet wird. Das Studio entwickelt visuelle Inhalte für Marken und legt dabei besonderen Wert auf eine präzise Art Direction und fesselndes Storytelling, das das Publikum anspricht. Seine Arbeiten umfassen mehrere Medien, von digitalen Kampagnen und sozialen Inhalten bis hin zu immersiven Erlebnissen und Motion Graphics. Das Studio hat bereits mit renommierten Kunden wie Philips, Hamilton, Real Madrid, Xiaomi und Bullpadel zusammengearbeitet.

Wir haben mit Gerard Jáuregui, Creative Director und Lead 3D Artist des Philips-Badezimmerbeleuchtungsprojekts, darüber gesprochen, wie Kutuko die perfekten Szenen und die passende Beleuchtung gestaltet hat.

Jáuregui: Das Ziel war es, die neuen Badezimmerlampen von Philips zu präsentieren und die verschiedenen Modelle und Farben hervorzuheben. Unsere Herausforderung bestand darin, die Produkte ansprechend und zugleich klar zu präsentieren, sodass jedes Designdetail detailgetreu zur Geltung kommt. Gleichzeitig wollten wir eine dynamische Bildwelt schaffen, die Kreativität mit technischer Präzision verbindet. Eine durchdachte Art Direction sollte dabei die Markenidentität vermitteln und die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnen. So wollten wir die Leuchten nicht nur präsentieren, sondern zugleich ein visuelles Erlebnis schaffen, das die Verbindung zu den Nutzern stärkt und die Innovationskraft von Philips unterstreicht. 

Goldene und schwarze Badezimmerleuchten in verschiedenen Stilen, erstellt in C4D von Kutuko Studio.

Jáuregui: Zu Beginn haben wir uns mit dem Kunden zusammengesetzt, um seine Anforderungen, Ziele und Erwartungen genau zu verstehen. Unser Team überlegte sich, wie wir frische, innovative Ideen entwickeln können, die zur Markenidentität passen. Anschließend haben wir definiert, welche visuellen und erzählerischen Elemente dem Projekt seinen unverwechselbaren Charakter verleihen. Unser Ziel war es, Strategie und Kreativität in Einklang zu bringen, sodass jede Entscheidung zum Gesamtergebnis beiträgt und dem Publikum nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Gemeinsam definierten wir einen klaren Ansatz, legten die kreativen Schwerpunkte fest und starteten anschließend in die Vorproduktion. Dort sammelten wir Referenzen auf Plattformen wie Behance und nutzten KI-Tools, um eine klare visuelle Richtung zu entwickeln. 

Entwurf für ein Badezimmer von Kutuko Studio.

Jáuregui: Sobald wir eine visuelle Richtung gefunden hatten, mit der wir zufrieden waren, begannen wir mit der 3D-Umsetzung – wir nennen diese Phase das „Labor“ Hier experimentierten wir in Cinema 4D mit Szenen, Effekten und Umgebungen usw. Redshift half uns dabei, unsere Ideen schnell zu visualisieren und umzusetzen.

Zunächst legten wir in Cinema 4D die Grundstruktur des Raums an – als grobe Skizze der Badezimmerarchitektur mit einigen wenigen Assets. Die Arbeit in Cinema 4D hat großen Spaß gemacht, weil wir mit den Tools schnell und flexibel verschiedene Szenarien ausprobieren konnten. Wir verwenden sehr gerne Cloner und Boolesche Operationen, um Strukturen, Wände und andere Elemente zu erstellen. So entstand in einer der Szenen beispielsweise eine geflieste Wand mithilfe eines Cloners. Diese Technik funktioniert sehr gut, um verschiedene räumliche Optionen zu erschaffen.

Sobald das Blocking stand und freigegeben war, entwickelten wir die Räume Schritt für Schritt weiter – mit Details, Beleuchtung und Texturen.

Wir haben Redshift als unsere Haupt-Render-Engine verwendet, weil wir dadurch sehr schnell iterieren konnten. Diese Geschwindigkeit war während der Laborphase entscheidend, denn wir testeten unzählige Varianten. Oft reichen schon kleine Anpassungen an Beleuchtung oder Materialien aus, um die Stimmung einer Szene komplett zu verändern.

Besonders gern arbeiteten wir mit dem Redshift Sun Feature, da es eine sehr realistische Beleuchtung ermöglicht. Wir führen gerne mehrere Tests durch und beurteilen die Ergebnisse direkt im IPR. Dadurch lässt sich hervorragend mit der Lichtrichtung experimentieren. Unser Ziel war es, frei und schnell verschiedene Ansätze auszuprobieren und dabei unerwartete visuelle Lösungen zu entdecken, die das finale Ergebnis auf ein neues Niveau heben. 

Jáuregui: Gemeinsam mit Rodrigo Marchán, unserem Inhouse-Sound Designer, Komponisten und Senior Art Director, entwickelten wir ein Soundkonzept, das die 3D-Animationen und Grafiken mit passenden Soundeffekten ergänzt und verstärkt. Für uns war Sound ein zentrales Element, um die Energie, Dynamik und Vielseitigkeit der Philips-Leuchten zu vermitteln. Deshalb haben wir sorgfältig analysiert, wie einzelne Soundeffekte die unterschiedlichen Modelle und Farbvarianten unterstützen und wie Musik und Soundeffekte mit der visuellen Erzählung verschmelzen können, um ein immersives Erlebnis zu schaffen. Diese enge Zusammenarbeit sorgte dafür, dass jede Szene zum Leben erwachte und die Verbindung zum Publikum stärkte sowie die Innovationskraft und Funktionalität der Beleuchtungslösungen hervorhob. 

“Redshift ist ein großartiges Tool, um realistische Beleuchtung zu erzeugen und unterschiedlichste Licht-Setups in kürzester Zeit zu testen.”
– Gerard Jáuregui

Jáuregui: Redshift ist ein großartiges Tool, um realistische Beleuchtung zu erzeugen und unterschiedlichste Licht-Setups in kürzester Zeit zu testen. Es hat uns besonders viel Spaß gemacht, die verschiedenen Möglichkeiten von Redshift zu kombinieren, um die perfekte Beleuchtung zu finden. Jede Szene war anders, und dank der Vielseitigkeit von Redshift konnten wir viele verschiedene Ansätze ausprobieren, bis wir den passenden gefunden hatten.

Einer unserer Tipps für realistische Beleuchtung lautet: Nutze das gesamte Potenzial der Tools, das die Software bietet. Mit anderen Worten: Verlasse dich nicht nur auf ein einziges Tool für die Beleuchtung deiner Szene. Kombiniere stattdessen mehrere Cinema 4D- und Redshift-Tools, um deine Beleuchtung so weit wie möglich zu pushen. Experimentiere beispielsweise mit verschiedenen Flächenlichtern in Kombination mit einem Dome Light, um feine Lichtnuancen zu erzeugen. Ebenso können Texturen auf Lichtquellen dabei helfen, mehr Variation und Kontrast in das Zusammenspiel von Licht und Szene zu bringen. 

Jáuregui: Materialien sind ein wichtiges Element, um das Maß an Realismus zu erreichen, das Kunden erwarten. Alles beginnt damit, gute Texturen zu erstellen und dann die richtige Beleuchtung zu platzieren, damit diese Texturen hervorstechen und subtile Nuancen im Bild erzeugen. Besonders schätzen wir an Redshift die Möglichkeit, Nodes zu kombinieren und so komplexe, detailreiche Materialien zu erstellen. Unser Workflow beginnt in der Regel mit einem Basismaterial und den dazugehörigen Maps – etwa für Farbe, Rauheit, Bump usw. Sobald diese Grundlage steht, setzen wir den „Color Layer“-Node ein, um verschiedene Maps und prozedurale Noise-Maps miteinander zu kombinieren. So verleihen wir jedem Material, das wir erstellen, mehr Tiefe, feinere Details und subtile Variationen.

Jáuregui: Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die richtige Lichtbalance für die Badezimmer zu finden. Wir wollten das Licht der Leuchten selbst mit einer zweiten Lichtquelle von außen kombinieren. Die perfekte Abstimmung erforderte zahlreiche Tests.

Wir haben festgestellt, dass sich die besten Ergebnisse mit einer dezenten Grundbeleuchtung erzielen lassen. Dafür kombinierten wir eine Dome Light, die das Badezimmer sanft ausleuchtet, mit einer Physical Sun, um die Richtung des natürlichen Lichteinfalls in der Szene festzulegen. Dieses Setup bildete die Grundlage, zu der wir verschiedene Flächenlichter hinzufügten, um die Badezimmerbeleuchtung zu verbessern. Zusätzlich kamen selbstleuchtende Materialien für die Leuchten zum Einsatz, wodurch wir einen noch realistischeren Look erzielen konnten. 

Jáuregui: Einer der wichtigsten Aspekte ist es, von Anfang an eine klare Lichthierarchie zu etablieren. Eine klar definierte Hauptlichtquelle bildet das Fundament für einen stimmigen Szenenaufbau – sowohl aus technischer als auch aus gestalterischer Sicht. Fehlt diese Grundlage, verliert eine Szene schnell an Klarheit und visueller Wirkung.

Abgesehen von der Beleuchtung hängt ein gutes Archviz-Bild nicht nur von der technischen Genauigkeit ab, sondern auch von der Absicht. Wir fragen uns bei jedem Projekt: Was möchten wir vermitteln? Atmosphäre, Materialität, Maßstab oder Emotion? Die Antwort auf diese Frage bestimmt viele weitere Entscheidungen – vom Framing über die Komposition bis hin zum Detailgrad.

Visualisierung eines modernen Badezimmers mit eleganten Armaturen und sanfter Beleuchtung, erstellt in Cinema 4D mit Redshift.

Wir legen auch großen Wert auf subtile Nuancen: leichte Unvollkommenheiten, Materialvariationen und ein kontrollierter Farbeinsatz helfen, Ergebnisse zu vermeiden, die zu „perfekt“ oder künstlich wirken. Nach unserer Erfahrung sind es genau diese Details, die wirklich Glaubwürdigkeit verleihen und das finale Bild aufwerten.

Außerdem empfehlen wir, ein Gleichgewicht zwischen Realismus und Art Direction zu bewahren. Es geht nicht nur darum, die Realität zu replizieren, sondern sie so zu interpretieren, dass das Bild visuell wirkungsvoll und emotional ansprechend wirkt. 

Jáuregui: Unser Ziel ist es, auch künftig Projekte auf höchstem Niveau umzusetzen, die nicht nur technisch solide, sondern auch wirkungsvoll und einprägsam sind. Besonders motivieren uns Projekte mit immer anspruchsvolleren Anforderungen, bei denen wir eng mit Architektur- und Designstudios zusammenarbeiten können, um Visualisierungen zu entwickeln, die einen echten Mehrwert für das Gesamtprojekt schaffen.


Wichtige Erkenntnisse

  • Kutuko Studio ist ein Kreativ- und Art-Direction-Studio, das sich auf fesselndes Storytelling spezialisiert hat.

  • Sie nutzten Cinema 4D und Redshift, um realistische Badezimmerszenen mit dynamischer Beleuchtung für das Philips-Badezimmerbeleuchtungsprojekt zu erstellen.

  • Dank einer klaren Lichthierarchie, sorgfältig ausgearbeiteter Materialien und der schnellen Iterationen in Redshift konnten unterschiedlichste Licht-Setups effizient getestet werden.


Nadia Yangin ist Texterin bei Maxon.

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