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Mentale Schrumpfungsprozesse visualisiert Computer und Smartphones machen das Leben leichter aber Gedächtnis und manuelle Fertigkeiten leiden darunter: digitale Demenz macht sich bemerkbar.

Mit Computern und neuen Medien gehen signifikante Veränderungen einher: Verkürzte Aufmerksamkeitsspannen und Konzentrationsstörungen plagen eine ganze Generation von Schülern. Und es kommt noch schlimmer. Zusammengefasst unter dem Begriff „Digitale Demenz“ schleicht sich diese bedrohlichen Effekte unter den Menschen ein und alle Gesellschaftsschichten sind betroffen: wer viel mit digitalen Geräten arbeitet, Taschenrechner und Rufnummernspeicher permanent nutzt, leidet schnell unter nachlassendem Gedächtnis und ähnlichen Effekten.

Felix Drößler, der an der Hochschule Hof, Campus Münchberg Mediendesign studiert, hat die digitale Demenz zum Thema seiner Bachelorarbeit gemacht. Im Rahmen eines Erklärfilmes zeigt er auf, was digitale Demenz ist, was sie verursacht und was man dagegen tun kann. Umgesetzt hat er dieses Projekt mit Cinema 4D, mit dem er sich bestens auskennt weil er damit bereits ein umfangreiches Projekt realisiert hat. Hatte er bei diesem Projekt noch einen Partner, so galt es das „Digitale-Demenz-Projekt“, alleine zu realisieren.

Felix schwebte eine Mischung aus 3D-Elementen und Motion Graphics vor. Nachdem er aus den vielen zur Verfügung stehenden Quellen ein Script erstellt hatte, galt es dafür eine konsistente Bildsprache zu finden, die sich auch im Rahmen eines Ein-Mann-Projektes realisieren lassen würde. Felix’ Entscheidung fiel zugunsten eines Low-Poly-Looks, der sich einerseits gut als Grundlage für Motion-Graphics-Animationen eignet, andererseits relativ schnell modelliert ist.

Bewegung brachte Felix Drößler ins Spiel, indem er die Objekte dynamisch anlegte, so dass deren Massen beim spontanen Vergrößern wabbeln wie Götterspeise. Darüber hinaus sorgt eine ganze Batterie von verschiedenen Deformern, angewendet auf zahlreiche der animierten Objekte, für die passenden Bewegungen.

Ganz wichtig für die Animation waren jedoch die Timeline und der Kurven–Editor, mit dem Animationskurven einfach modifiziert werden können. „Im Film ist alles immer und überall in Bewegung. Jede neue Einstellung beinhaltet Objekte, die sich drehen, ins Bild poppen, ins Bild fallen, sich seitlich in die Szene schieben usw. Dabei hat jedes Objekt seine eigene Bewegung und damit eine eigene Animation. Diese Bewegungen als Ganzes aufeinander abzustimmen, war eine der größten Herausforderungen bei diesem Projekt“, erinnert sich Felix Drößler.

Als nächsten Schritt galt es, eine passende Farbgebung und Materialgestaltung für die Objekte und Hintergründe zu erstellen. Dafür hat Felix Drößler ausgiebig mit dem Cel-Shader gearbeitet, den er im Luminanz-Kanal der Texturen eingesetzt hat. „Wenn das Material nur über einen Luminanz-Kanal verfügt, dann wirkt die Textur sehr flach und Lichtquellen wirken sich nur sehr eingeschränkt darauf aus. Es gibt fast keine Farbabstufungen oder Schatten. Mit dem Cel-Shader war ich aber in der Lage, eben diese Farbabstufungen und Schatten sowie Glanzlichter zurückzuholen und trotzdem den gewünschten illustrativen Look zu erzielen“, erklärt Felix seine Vorgehensweise. So gelang es ihm, den vereinfachten Look der Low-Polygon-Modelle auch auf der Texturebene aufzugreifen und ihn in der Farb- bzw. Materialgestaltung fortzuführen.

Das Rendering unterteilte sich eigentlich in viele verschiedene Renderings, denn jede Szene war ein Vorgang für sich. Die Tiff-Sequenzen der einzelnen Szenen bestanden aus Alphakanal bzw. Objektkanal, einem AO-Pass und einem Depth-Pass für die Objekte, die zusammengenommen, farbkorrigiert, mit Audiospur und Sounddesign versehen schlussendlich in Adobe After Effects zum fertigen Film zusammengeführt wurden.


Felix Drößlers Webseite:
www.cinematicbakery.com