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3D-gedruckte Architekturvisionen Reale Modelle von 3D-Objekten sind nach wie vor ein wichtiges Thema, speziell in der Architektur. Was noch vor wenigen Jahren mühsam als Modell gebaut wurde, wird jetzt 3D gedruckt – auch mit Hilfe von Cinema 4D!

Das Architekturmodell hat an sich schon eine lange Tradition: Angefangen bei den Korkmodellen von historischen Stätten, die sich der begüterte Adelsstand im 17. Jahrhundert bauen ließ, bis hin zu Modellen anhand derer in den 50er und 60er Jahren der Wiederaufbau zerbombter deutscher Städte geplant wurde. Seitdem Architekten ihre Projekte mit 3D-Software entwickeln, können diese Daten nicht nur für Planung und Bau verwendet werden, sondern auch dazu, die Projekte mit 3D-Druckern in reale Modelle umzusetzen. Die reinen CAD-Daten sind jedoch nicht ohne Bearbeitung druckbar und Cinema 4D ist ein ideales Werkzeug, die nötigen Modifikationen an den Modellen vorzunehmen und für 3D-Drucker lesbare Dateiformate zu erstellen. Dies gilt insbesondere für vollfarbige Druckergebnisse, die sogar Texturen wieder geben können.

Ulrich Schneidt hat diesen Trend erkannt und bietet mit seiner Firma MindModel Services rund um das Thema 3D-Druck an. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf die Bedürfnisse von Architekten, Ingenieuren und Planern im Bereich des Bauwesens. Durch seine langjährige Erfahrung mit Allplan, sowohl als Anwender als auch im Vertrieb, ist Ulrich Schneidt fest in der Architekturszene verankert und weiß, was die Branche umtreibt. „Derzeit wird Architektur hauptsächlich durch Visualisierungen in Form von Bildern dargestellt, aber das Bedürfnis der Architekten nach anderen Möglichkeiten der Präsentation war offensichtlich. Physische Präsentationsmodelle stellen den fertigen Entwurf im Detail dar. Sie dienen hervorragend als Kommunikationsmittel zwischen Planer und Auftraggeber“, stellt Herr Schneidt fest. Abhängig vom Projekt sind die Planungsbüros auf der Suche nach neuen Methoden ihre Arbeit in Szene zu setzen. „Gegenüber Neuem wie dem 3D-Druck ist der Kunde jedoch erst einmal eher skeptisch, zumal sich eine professionelle Anwendung von 3D-Druckverfahren noch nicht rumgesprochen hat“, erinnert sich Ulrich Schneidt.

Mit der Argumentation, dass die Projektdaten für das Pilotprojekt durchgängig von der Planung über die Animation bis hin zum 3D-Druck genutzt werden könnten, überzeugte er den Kunden Hauser Massivbau GmbH davon, den Versuch zu wagen. Das MindModel-Team begann damit, für das Projekt eine Animation in Cinema 4D zu erstellen und die Daten dann weiter zu bearbeiten, so dass ein 3D-Druck des Modells möglich war.

Der Auftraggeber wollte das 3D-Modell im Rahmen der Marketingaktivitäten zur Vermarktung seiner Produktpalette verwenden. Hauser setzt nur bedingt auf reale Musterhäuser, speziell wegen des Umstandes, dass die einzelnen Hausmodelle vom Kunden noch weiter modifiziert werden können. Daraus ergibt sich eine solche Vielfalt an möglichen Modellen, dass sich die variable Ausführung als 3D-Druck als ideale Ergänzung der Marketingmaterialien anbot. Im Modell lässt sich mit geringem Aufwand z.B. die Dachform von mit auf ohne Gaube ändern.

Die für den Druck nötigen 3D-Daten wurden vom MindModel-Team aus den Allplan-Ausgangsdaten erstellt, die für die Gestaltung der Animation ohnehin nach Cinema 4D übertragen werden mussten. „Die Übernahme der Daten aus Allplan ist unproblematisch. Die Arbeiten, die dann in Cinema 4D für die Visualisierung im Rahmen einer Animation nötig sind, stellen wiederum eine gute Grundlage für die weitere Datenaufbereitung für den 3D-Druck dar. Anders ausgedrückt: Es wird alles weiterverwertet und nichts ist für die Katz“, erklärt Ulrich Schneidt.

Gedruckt wurde das Projekt schließlich auf einem 3D-Drucker (Projet 660), der Firma 3D Systems. Der gewählte Drucker arbeitet mit dem Pulververfahren. Hierdurch ist MindModel in der Lage, farbige Oberflächen darzustellen. Sogar Texturen werden auch in kleineren Maßstäben (1:100) detailgetreu wieder gegeben.

„Im Vorfeld kostet es immer ein gewisses Maß an Aufklärungsarbeit um den Kunden davon zu überzeugen, wie sinnvoll ein gedrucktes 3D-Modell in der Verkaufsförderung eingesetzt werden kann. Wenn das Modell dann aber erst einmal auf dem Tisch steht, sind die Bedenken schnell zerstreut. Das Modell für Hauser Massivbau wurde auf einer Kundenveranstaltung vor über 1000 Interessierten mit großem Erfolg vorgestellt. Inzwischen hat uns dieses Pilotprojekt bei unserem Kunden zwei weitere Aufträge generiert, bei denen die Verarbeitung der Allplan-Modelle auch wieder in Cinema 4D stattfinden wird. Warum? Ganz einfach: Stabilität, Zuverlässigkeit und die annähernd nahtlose Einbindung in unseren Datenaustausch mit Allplan sorgen für zügige Arbeitsabläufe und erstklassige Resultate“, stellt Ulrich Schneidt abschließend fest.


Webseite MindModel:
www.mind-model.de

Webseite Hauser Massivbau:
www.hausermassivbau.de