Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, das weiß schon der Volksmund zu berichten.
Seitdem Bewegung in allen Bildern steckt, hat sich das stehende, erklärende Bild zur animierten Infografik gemausert, mit der sich selbst komplizierteste Vorgänge plausibel machen lassen, und CINEMA 4D ist ein vortreffliches Werkzeug um solche Grafiken zu realisieren.
Auch wenn es sich so anfühlt, die Welt dreht sich nicht schneller … aber das Tempo, mit dem uns Neuigkeiten und Nachrichten zur Kenntnis gebracht werden, hat schon erheblich zugenommen. Nachdem etwas mit den Augen wahrgenommen wurde, trennt unser Großhirn die Spreu vom Weizen. Was bleibt, ist eine gehörige Portion von Informationen, die wir zu verstehen, zu kategorisieren und nötigenfalls im Gedächtnis abzulegen haben. Ablegen und Verstehen gehen dabei Hand in Hand. Denn was verstanden wurde merkt man sich eher, womit es als „abgelegt“ gelten kann. Immer wieder sieht man sich mit komplexen Sachverhalten aus Technik, Wirtschaft und Politik konfrontiert, die oft auf die Schnelle gar nicht so einfach zu durchschauen sind. Infografiken machen solche komplexen Zusammenhänge anschaulicher und einfacher zu verstehen.
Wer an solchen Grafiken arbeitet, braucht ein Werkzeug, mit dem sich zügig und intuitiv arbeiten lässt, eben um schnell auf Nachrichten eingehen und schnelle Resultate für Nachrichtenagenturen und News-Webseiten liefern zu können.
Damit hat das Team von NewsLab jeden Tag zu tun. Matej Husek, CEO der in Prag ansässigen Agentur für Info Grafik ist sich sicher, dass der Bedarf an visualisierten Informationen in den nächsten Jahren noch deutlich steigen wird. Zudem betont er: „Bei der Arbeit an Infografiken kommt es nicht nur darauf an, die Sachverhalte korrekt wiederzugeben, sondern sie auch schnell umzusetzen.“ Pavel Kubes, der stellvertretende Direktor der Infografik Produktion bringt dies anhand des letzten großen Erdbebens in Japan auf den Punkt: „Nach dem Ereignis wollen die Agenturen die Infografiken schon wenige Stunden später. Uns bleiben nicht ein paar Tage, um unsere Grafiken zu erstellen. Die Resultate müssen einfach, verständlich und vor allem schnell bereitstehen.“
Als am 11. März die Nachricht über das Erdbeben in Japan, die folgende Tsunami und die teilweise Zerstörung des Atomkraftwerks in Fukujima über die Ticker der Nachrichtenagenturen ging, startete NewsLab sogleich das in solchen Fällen übliche Prozedere. Das Team, bestehend aus 3D Artists, Programmierern und Journalisten, ging umgehend an die Arbeit. Zunächst wurde so viel wie möglich über Fukujima recherchiert und alles greifbare Bildmaterial herangezogen. Innerhalb der nächsten vier bis fünf Stunden wurde das Modell der Außenansicht fertiggestellt und ein guter Blickwinkel für die Kamera ausgewählt. Gleichzeitig war eine zweite Gruppe aus dem Team bereits dabei, ein Modell der Innenansicht des Reaktors zu bauen, das dazu benutzt werden sollte, die Funktionsweise eines solchen Atomkraftwerkes zu illustrieren. Nachdem alle Szenen in CINEMA 4D sozusagen im Kasten waren, wurden sie mittels des NET Renderers auf einem sieben Computer umfassenden Netzwerk innerhalb von 30 Minuten gerendert.
Die gerenderten Resultate wurden mittels After Effects einer letzten Korrektur unterzogen und dann von den Programmierern in eine Flash-Präsentation umgewandelt, in der mittels Scripts der Infografik Interaktivität verliehen wurde.
Zum Glück muss man nicht immer mit so deprimierenden Nachrichten wie der Erdbebenkatastrophe in Japan arbeiten und hat auch nicht immer einen solchen Zeitdruck. Andere Projekte, die für einen Auftraggeber z.B. technische Fakten und Details um eines der schnellsten Autos der Welt verständlich machen oder zeigen sollen, wie der Soldat der Zukunft ausgerüstet sein wird, können unter weniger Zeitdruck hergestellt werden. Die Art, wie diese Inhalte recherchiert und erstellt werden, unterscheidet sich jedoch nicht von Schnellschüssen wie der Fukujima-Geschichte.
„Das Geschäft mit Infografiken hat sich in den letzen Jahren sehr geändert,“ sagt Matej Husek. „Als wir anfingen, haben wir noch alles mit Vektorillustrationen gemacht. 3D Grafik hat unseren Ansatz gänzlich verändert und unser Produkt ist für den Leser deutlich attraktiver geworden. Wir können dem Betrachter heute Dinge zeigen, die sich normalerweise den Blicken entziehen: Öllecks am Grund des Golfs von Mexiko, Arbeiten an Raumstationen oder das Innere von leckgeschlagenen Kernreaktoren. Das ist es, was die Leser und Betrachter sehen wollen und was sie an unserer Arbeit schätzen.“
Info
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