Wenn ein Bär zum Sparfuchs wird

Für einen Werbespot der Thüringer Energie AG animierte Aixsponza einen preisbewussten Bären mit Cinema 4D.

In Zeiten steigender Energiepreise haben immer mehr Konsumenten den Verbrauch ihrer Elektrogeräte genau im Blick und achten darauf, nicht unnötig Strom zu verschwenden.

Nicht so das gut gelaunte Maskottchen der Thüringer Energie AG (TEAG): In dem von Aixsponza produzierten TV-Spot der TEAG geht der „Faulpelz“ getaufte Bär völlig sorglos mit seinen Elektrogeräten um, lässt die Kühlschranktür länger offen als nötig und trocknet sein üppiges Fell genüsslich mit gleich zwei Föhnen. Möglich macht es der günstige Stromtarif der TEAG, mit dem sich der Bär keine Sorgen mehr um eine hohe Stromrechnung machen muss.

Das Design des Bären war bereits in einer vorherigen Printkampagne festgelegt worden. Doch da ein zweidimensional gezeichneter Bär immer nur in seiner jeweils gezeichneten Pose gut aussehen muss, war die stimmige Umsetzung des Bären in 3D eine der Herausforderungen des Projekts. Schließlich musste das 3D-Modell alle benötigten Posen und Winkel in einer einzigen Geometrie abbilden, während bei 2D-Illustrationen Vorder- und Seitenansicht unabhängig voneinander gezeichnet werden können.

Außerdem war es dem Kunden wichtig, dass der Bär nicht gefährlich oder einschüchternd wirkt, sondern freundlich und tapsig, mit flauschigem Fell und großen, aber ganz und gar nicht raubtierhaften Zähnen. Um kampagnenübergreifend einen konsistenten Look zu erreichen, nutzte das Team von Aixsponza eine Frontalansicht des Bären aus einer Printanzeige als Referenz für das Design des 3D-Charakters. Besonders das Gesicht, die Augen und die Zähne des Bären mussten in 3D exakt nachgebildet werden.

Eine besondere Herausforderung war das Fell des Bären. Hier mussten die 3D-Artists zunächst einen geeigneten Wert für die Anzahl der Guides finden. Zu wenige Guides boten beim Kämmen nicht die nötige Kontrolle über die Haare, zu viele waren aber auch problematisch, da immer wieder einzelne Guides querschossen und den Gesamteindruck des Fells störten.

Um diese Probleme zu umgehen, starteten sie mit relativ wenigen Guides und fügten mithilfe des „Add Guide Tools“ weitere per Hand hinzu, wenn diese benötigt wurden. So konnten sie die Anzahl der Guides einfach variieren, um bestimmte Effekte ins Haar zu kämmen. Über die Werte für „Frizz“, „Kink“ und „Clumping“ nahmen die Artists anschließend das nötige Feintuning am Fell vor. Hilfreich war hier das schnelle Feedback im Viewport von Cinema 4D.

Ein Vorteil der Hair Tools war deren nahtlose Integration in Cinema 4D. So konnte das Team von Aixsponza ohne umständliche Import-/Exportvorgänge direkt in der Szene am Fell des Bären arbeiten. Für die dynamische Simulation des sich im Luftstrom der Föhne bewegenden Fells ordneten die 3D-Artists den Meshes der Föhne ein Wind-Objekt unter. Auf diese Weise bliesen die Föhne auch bei Änderungen an der Animation direkt an die richtige Stelle und verwirbelten dort das Fell.

Um effizienter arbeiten zu können, verwendete das Team von Aixsponza mehrere Hair-Objekte auf dem Mesh des Bären. Durch diese Unterteilung des Fells in verschiedene Körperpartien konnten mehrere Artists gleichzeitig das Fell des Bären kämmen und die Arbeit so beschleunigen. Außerdem verkürzten sich so die Renderzeiten, da die 3D-Artists etwa für Close-ups des Gesichts alle Hair-Objekte für Körper, Arme und Beine deaktivieren konnten.

Vor allem die Hair Tools waren für das Projekt von essenzieller Bedeutung, erklärt Achim August Tietz, Partner & Creative Director bei Aixsponza: „Wir fanden die Hair Tools von Cinema 4D sehr leistungsfähig, stabil und durch die tiefe Integration mit XPresso auch sehr gut erweiterbar“.
Um den Bären munter durch die Wohnung tanzen zu lassen, wurde er mithilfe des Advanced Biped Templates des Charakter-Objekts von Cinema 4D geriggt und animiert. Für die Animation seiner Mimik kamen Pose Morphs zum Einsatz. Auch die unter dem Bären weich einsinkenden Kissen auf der Couch wurden von Hand animiert. Die Umgebung, durch die der Bär sich bewegt, ist dabei teilweise real gefilmt (Bad, Wohnzimmer, Küche), die restlichen Hintergründe sind in 3D modelliert.

Für Aixsponza war Cinema 4D aufgrund seines großen Feature-Umfangs das Mittel der Wahl für die Produktion des TEAG Spots. „Auch das schnelle Editorfeedback und die gute Anbindung des Hair-Moduls an externe Renderengines ermöglichten den reibungslosen Ablauf des Projekts“ ist sich Achim August Tietz sicher.

Website von Aixsponza
http://www.aixsponza.com/

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