Skandinavischer Minimalismus in 3D

Manchmal ist weniger mehr! Toke Blicher Møllers Animationen, bei deren Umsetzung er sich auf Cinema 4D verlässt, zeigen dies eindrucksvoll.

Toke Blicher Møller ist ein versierter 3D-Artist aus Dänemark. Wie andere Artists seiner Zunft macht er Arbeiten für TV und Werbung: Aber er hat im Laufe der Zeit eine weitere Ebene gefunden sich künstlerisch auszudrücken: In Animationen, die er zum Teil auch als ‚Pro Bono‘ Projekte umsetzt, lenkt er den Blick auf soziale Missstände, gesellschaftliche Ausgrenzung und vergleichbare Themen. Tokes Grund dafür ist einfach: Das Bemühen, ein guter Mensch zu sein. Das Werkzeug seiner Wahl, sowohl für seine kommerziellen Projekte als auch für sein gesellschaftliches Engagement, ist Cinema 4D.

In seinem Portfolio finden sich eine Vielzahl von Projekten, aber es sind speziell Tokes eigene, die ins Auge fallen. Sie strahlen die skandinavischen Filmen und Büchern eigene lakonische Melancholie aus, die Toke in seinen Bildern mit einem Maximum an Realismus und einem Minimum an Animation in Szene setzt. Die Arbeit „One Road two Worlds“ ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Als Titelsequenz für eine Dokumentation über das soziale und ökonomische Ungleichgewicht in Dänemark definiert sie schon in den ersten Sekunden die Tonalität der Sendung.

Toke arbeitet mit Fotos, die als Texturen auf 3D-Formen projiziert werden. Auf mehreren Tiefenebenen angeordnet und animiert entsteht ein intensiver räumlicher Effekt, den er mit subtilen Effekten wie Rauch, Tiefenschärfe oder Dynamics noch unterstreicht. Ähnlich subtil in seiner Machart als auch in seiner Aussage ist der Clip „The Invisible Man“. Im ersten Augenblick denkt man an einen Film über Superhelden, nur um gleich darauf zu erkennen, dass dieser Unsichtbare ein Obdachloser ist, durch den die meisten Menschen einfach hindurchsehen.

„Einer der Gründe, die mich immer wieder solche Projekte annehmen lassen, ist sicher deren Tonalität, die mir auf jeden Fall besser entspricht als die vieler anderer Projekte aus der Werbung.“ Ein Blick auf seine Arbeiten wie die Filme „Lines“ oder „Square“ offenbart, wie er sich in Stimmung und minimalistischer Herangehensweise treu bleibt. Sicher ist die spartanische Umsetzung auch dem Umstand geschuldet, dass Toke alleine arbeitet. Er teilt sich das Büro zwar mit einer Produktionsfirma und hat Unterstützung durch Sounddesigner und Produzenten, aber wenn es um die eigentliche Arbeit geht, sitzt er als Einzelner vor dem Computer.

Auch darin findet sich für Toke ein Grund, mit Cinema 4D zu arbeiten: „Es ist nicht nur leistungsfähig, sondern wird auch mit allen Aufgaben fertig, die sich stellen. Wo Cinema 4D selbst nicht mehr mithalten kann, kommen Plugins wie XParticles ins Spiel, die sich nahtlos in den Workflow integrieren. An vielen Stellen kommt in meinen Projekten After Effects zum Einsatz und auch hier lassen Integration und Datenaustausch keine Wünsche offen.“

Toke Blicher Møller kann 3D und ist ein Artist von Format. Besonders in Projekten, die er frei von kommerziellen Zwängen realisiert, gelingt es ihm, mit der der glatten Computergrafik auch einen Aspekt von Menschlichkeit zu vermitteln.

Toke Blicher Møllers Website:
www.tbmstudio.dk/

Toke Blicher Møller auf Vimeo:
vimeo.com/tbmstudio

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