Mammoth Mountain in Mixed Media

Der Werbespot „Let Fun Rule!“ von Already Been Chewed verbindet 3D-Animation und Realvideo für den kalifornischen Skiort Mammoth Mountain zu einem magischen Seherlebnis.

By Meleah Maynard

Die in Portland ansässigen Strategieberater von Nemo nutzen eigentlich keine 3D-Elemente für ihre Kommunikationsmaßnahmen. Eigentlich – denn nachdem sie die Arbeiten des Design- und Motiongraphics-Studios Already Been Chewed (ABC) gesehen hatten, entschieden sie sich, bei einen TV-Spot für ihren langjährigen Kunden Mammoth Mountain etwas Neues auszuprobieren. Das Ergebnis ist die spaßige und actiongeladene Abkehr vom klassischen Imagefilm und eine sehr gelungene Melange aus 3D-Elementen und Real-Footage, die das Motto von Mammoth Mountain perfekt in Szene setzt: „Let Fun Rule!“



Das Team von ABC arbeitete über einen Zeitraum von vier Monaten relativ konstant mit Cinema 4D und Octane an dem 30-Sekünder, den Kreativdirektor Barton Damer als große Errungenschaft für das Team bezeichnet. „Alles in allem haben 9–10 Leute an dem Film gearbeitet, zu verschiedenen Zeiten auch drei Freelancer“, sagt er. „Es ist sehr ungewohnt für uns, mit einem so großen Team zu arbeiten, aber in diesem Fall war es gut, viele Leute zu haben, die mit anpacken.“

Damer erläutert im Gespräch die Produktion des Spots, für den sich ABC von ihrem aktuell eher fotorealistischen Stil abwenden, was für das erfahrene Team jedoch zu keiner Zeit ein Problem darstellte.

Habt ihr vorher schon mal mit NEMO zusammengearbeitet?
Damer:
Das war unser erstes Projekt mit ihnen, aber wir sind schon seit einigen Jahren in Kontakt, denn immer wenn ich wegen Nike-Projekten in Portland war, bin ich bei NEMO vorbeimarschiert, habe präsentiert, was wir draufhaben, und mit ihnen über Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesprochen. Ich weiß, dass sich viele Leute beschweren, wenn sie solche Vorträge halten müssen; ich hingegen mag es, mit Leuten darüber zu sprechen, was wir als Studio leisten können. Wir stimmen unsere Präsentationen immer auf die speziellen Bedürfnisse der Agentur oder des Kunden ab. Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge verpackt, und im Fall von NEMO war es eben so, dass sie an uns gedacht haben, weil sie wussten, was wir können.


Welche Anweisungen habt ihr zu Beginn des Projekts bekommen?
Damer:
Das Team von NEMO hat fantastisch vorgearbeitet und sogar ein Storyboard für den kompletten Spot geliefert, mit Skizzen und allem. Unser Job war es, diese Zeichnungen Realität werden zu lassen; also entwickelten wir einen Stil, der das Videomaterial mit 3-D-Animation verbindet, und die Leute von NEMO haben zugestimmt. Wir haben natürlich zwischendurch mal Anpassungen vorgenommen, aber das ging echt reibungslos. Die Zusammenarbeit hat sehr viel Spaß gemacht, und wir haben zwischenzeitlich schon einen weiteren Spot mit NEMO gemacht.


Was fragen andere Artists am häufigsten, nachdem sie den Spot gesehen haben?
Damer:
Was den Spot so einzigartig macht, ist die nahtlose Verbindung von Low-Poly-Elementen mit Videomaterial. Die Leute sehen, wie sich papierartige Berge hinter dem Skifahrer auftürmen, und wollen wissen, wie wir das aufgenommen haben. Tatsächlich haben wir keines der Videos selbst gedreht, sie stammen alle aus dem Archiv des Kameramanns von Mammoth Mountain. Die nahtlose Verbindung haben wir erreicht, indem wir die Videos 3D-getrackt und anschließend im Rotoscoping-Verfahren die Hintergrundelemente entfernt haben, die wir ersetzen wollten.


Wir waren unsicher, wie der Film aussehen würde, wenn wir alles zusammenfügen. Sobald wir aber anfingen die ersten 3D-Elemente in Cinema 4D hinter das rotoskopierte Videomaterial zu legen, erkannten wir, dass es sehr gut funktioniert. (Hier können Sie dazu auch ein ausführliches Behind-the-scenes Video sehen!)


Viele Leute wollen auch wissen, wie lange die Produktion des Spots gedauert hat. Das ist schwer zu beantworten, denn wir haben das Zeitfenster sehr weit gesteckt, damit der Kunde genügend Luft hatte, um Feedback zu geben. Letztendlich hatten wir etwa vier Monate für die Produktion, selbstverständlich haben wir da aber nicht nur an diesem Projekt gearbeitet. Während dieser Zeit haben wir eine große Bibliothek mit individuellen Assets aufgebaut, die bei Bedarf gerendert und für Drucksachen verwendet werden können. Insgesamt haben wir ungefähr 50 Dinge in hoher Auflösung gerendert, darunter Figuren, Bäume, Autos, Wolken, eine Sonne und Schneeflocken.


Erzähl uns doch bitte etwas über die Arbeit mit den Videoclips von Mammoth Mountain.
Damer:
Das Team von NEMO hat uns alle Videoclips zunächst vorgelegt, um sicherzugehen, dass wir sie verwenden können. Wir haben alle möglichen Hintergründe ausgetauscht. Im Spot ist 19 Sekunden lang der Ort mit vielen kleinen Geschäften und Wohnungen zu sehen. Überall auf den Gebäuden waren natürlich Schilder, die wir dann in Cinema 4D ausgetauscht haben, um zu vermeiden, dass wir irgendwelche Markenrechte verletzen.


Wie habt ihr die Figuren animiert?
Damer:
Brian Talkish, unser Lead Animator, der zusätzlich ein großartiger Designer ist, hat den Look der Figuren entworfen. Wie beim Rest des Spots wollten wir auch hier eine papierhafte Low-Poly-Anmutung schaffen. Das erste Konzept sah vor, dass wir eine Kamera den Berg hinunterfliegen lassen und die Skifahrer damit verfolgen.

Je mehr wir an der Szene arbeiteten, desto mehr wurde uns klar, dass wir sehr weitwinklige Kameraeinstellungen aus einiger Entfernung brauchten, also sieht man von den Figuren eigentlich nicht viel, was schade ist.

„Alle Figuren entstanden entweder aus einem Würfel oder aus einem sehr reduzierten menschlichen Mesh. Wir zogen, drückten und extrudierten die Teile so lange, bis sich daraus reduzierte Figuren mit Hose, Hemd, Jacke und Accessoires formten“, erklärt Talkish. „Um die Phong-Winkel herum aufgebrachte Schmutz-Shader geben den scharfen Kanten eine andere Textur als den flachen Bereichen und unterstreichen so den gefalteten Low-Poly-Look.“


Der Mammoth-Mountain-Spot unterscheidet sich deutlich von euren anderen Projekten, oder?
Damer:
Filme im Low-Poly-Look zu machen ist nichts Neues für mich, denn sowas haben wir früher schon gemacht. Dieses ist aber sicher das prominenteste Projekt, bei dem wir Low-Poly-Ästhetik eingesetzt haben. Ein weiteres gutes Beispiel dafür ist ein Spot, den wir vor sieben Jahren für Huawei gemacht haben. Unsere letzten Arbeiten sind eher fotorealistisch. Es war für uns als Team sehr erfrischend, an etwas Verspielterem zu arbeiten, und ich stelle fest, dass wir deutlich mehr Feedback bekommen, wenn wir in diesem Stil arbeiten. Das liegt vermutlich daran, dass sich die Leute mehr damit identifizieren können als mit dem durchgedrehten fotorealistischen Zeug, das wir sonst so machen.

Credits:
Studio: Already Been Chewed
Creative Director: Barton Damer
Producer: Aaron Smock
3d Design: Bryan Talkish, Thomas King, Aaron Smock, Mike Martin
Animation: Bryan Talkish, Aaron Smock, Mike Martin, Matt Milstead, Dave Koss
Compositing: Aaron Smock, Bryan Talkish
Sound Design: JM Cifonie

Meleah Maynard ist freie Redakteurin und Autorin, sie lebt in Minneapolis, Minnesota.