Heinzelmännchen in der Mixed Reality

Das Märchen von den Heinzelmännchen ist weithin bekannt. Die Anwendung HOLOBUILDER von Taiyokaku eher weniger.

 

Um dies zu ändern, wurde nun anlässlich der „Contents Tokyo“ Messe ein Schwarm mit Cinema 4D gestalteter Männchen auf die Massen losgelassen.

Taiyokaku Co., Ltd., eine auf Fernsehwerbung spezialisierte Werbeagentur, ist naturgemäß immer auf der Suche nach neuen Trends und Technologien, um die unterschiedlichsten Botschaften möglichst interessant und unterhaltsam zu vermitteln. Mit ihrem Holobuilder beschreitet die Agentur Neuland und erprobt die Möglichkeiten, die sich mit dem Medium „Mixed Reality“ ergeben.

 

Video


Die gemeinsam mit der Firma HoloLab Inc. entwickelte Anwendung hilft dabei, Video- oder Live-Videoaufnahmen mit zusätzlichen virtuellen Elementen zu erweitern und eine „Mixed Reality“ zu schaffen. Diese „Realitätserweiterung“ besteht zumeist aus 3D Grafikelementen, die beispielsweise dazu genutzt werden können, technische Anleitungen in Form einer App deutlich intuitiver zu gestalten: So können zum Beispiel beim Blick durch die Kamera eines Smartphones in den Motorraum eines Autos die für den Fahrer wichtigen Teile des Motors wie Ölmessstab, Öleinfüllöffnung, Kühler etc., erkannt und auf dem Display grafisch hervorgehoben werden. Schwierig zu verstehen? In der Tat kein leichtes Thema und eine echte Herausforderung für das Team von Taiyokaku, das interessierten Unternehmen sowohl Grundkonzept als auch mögliche Einsatzmöglichkeiten genauso einfach und intuitiv erläutern wollte.

Der erste Schritt hierbei war es, zu vermitteln was Augmented bzw. Mixed Reality eigentlich ist, wie sie aussehen kann und was technisch möglich ist. Und dies am besten mit Humor, dachte sich Ryo Ihara, Senior Director of Content bei Taiyokaku. Die so entstandene Demo-Anwendung nutzt fünf einfache Papptafeln, mit denen der Nutzer in der realen und virtuellen Welt interagieren kann. So kann er, während er durch eine VR-Brille schaut, durch das bloße Ablegen einer der Karten auf einem Tisch eine ganze Horde virtueller Arbeiter erschaffen, die von einer „Start“-Karte aus quer über den Tisch in Richtung der abgelegten Karte eilen, dabei sehr reale Hindernisse erkennen und umgehen, und schlussendlich beginnen, je nach Kartenmotiv unterschiedliche Objekte zu bauen. Sobald das wilde Gewusel der Bauphase beendet ist, feiern die virtuellen Heinzelmännchen Richtfest, und der Nutzer kann die Karte mitsamt dem gebauten virtuellen Objekt aufheben, drehen und aus jedem Winkel betrachten.

Dank der einfachen Bedienung von MoGraph konnte ich eine ganze Menge „Trial and Error“-Versuche machen, um den Bauprozess für die einzelnen Objekte zu perfektionieren.


Die einzelnen Objekte sowie die Animation des Bauprozesses wurde in Cinema 4D realisiert, wobei insbesondere MoGraph zum Einsatz kam. „Dank der einfachen Bedienung von MoGraph konnte ich eine ganze Menge „Trial and Error“-Versuche machen, um den Bauprozess für die einzelnen Objekte zu perfektionieren,“ erklärt Ryo Ihara. Gleichzeitig musste für den finalen Export nach Unity zum damaligen Zeitpunkt darauf geachtet werden, die Animation relativ einfach zu halten – eine Beschränkung, die in der aktuellen Version von Holobuilder bereits behoben wurde. „In meiner nächsten Holobuilder-Anwendung werde ich sicherlich deutlich mehr Elemente verwenden und so mehr Interaktivität herstellen können. Diese erste einfache Demo sollte den Zuschauern in erster Linie einen kleinen Ausblick auf Holobuilder bieten und ihnen so die kreativen Möglichkeiten für die Umsetzunge ihrer eigenen Ideen in der Mixed Reality aufzeigen,“ erläutert Ryo.

Natürlich sind Ryos virtuelle Heinzelmännchen vor allem eine Fingerübung, die einen ersten Blick auf das Potenzial der jungen Technik und den Workflow mit Cinema 4D, Unity und Holobuilder bietet. Aber als Anregung für die eigenen „Mixed Reality“-Ideen kann dieser Zwergenaufstand allemal herhalten!


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