Brückenbau: von der Idee nach 3D

Thomas Dubois ist eigentlich Architekt, entwickelt aber mit Freunden auch gerne Storys, die ihm als Inspiration für Illustrationen dienen. Auch The Ark entstand auf diese Weise!

Architekt, Grafikdesigner oder Erzähler: Was er ist, lässt Thomas Dubois den Betrachter seiner Arbeiten am liebsten selbst entscheiden. Dass jedoch die Architektur seine Kernprofession ist, ist nach einem Blick auf seine Arbeiten unschwer zu erkennen. Aber trotz der Berufung zur Architektur haben es Thomas Dubois auch Geschichten angetan. Geschichten, die er sich zusammen mit seinem Bruder Alexandre und seinem guten Freund Pablo Garcia ausdenkt. Das gemeinsam erdachte aufzuschreiben ist aber nur ein Aspekt der gemeinsamen Brainstorm-Sitzungen. Dubois wäre nicht der visuelle Visionär der er ist, wenn er aus diesen Geschichten nicht auch Inspiration für seine Illustrationen ziehen würde. Um diese umzusetzen bedient er sich Cinema 4D und Photoshop, die Werkzeuge, deren Benutzung ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Das große Thema, das die Geschichten der drei durchzieht, ist ein Planet Erde, der durch steigende Meeresspiegel für die darauf siedelnden Menschen zu einem anderen Wohnort geworden ist. Der Gedanke, dass in so einem Fall vorhandene Lebensräume auf neue und effektivere Weise genutzt werden müssen, stand am Anfang der grafischen Idee für „The Ark“. Dubois Vorstellung, Gebäudekomplexe an einer natürlichen Bogenstruktur aus Felsgestein aufzuhängen, war der Versuch, auf geringstem Raum möglichst viele Strukturen und damit Wohn- und Lebensraum unterbringen zu können. Die Grundlage für sein Modell legte er in Cinema 4D, in dem er den Felsbogen zunächst als Low-Poly-Modell erschuf und mit UV-Koordinaten versah.

Im nächsten Schritt wurde wieder in Cinema 4D eine Displacement Map erzeugt, die auf Noise-Strukturen und Verzerrungsmodifikatoren basiert. Auf das Grundmodell angewendet und mit VRay gerendert entstand so die spektakuläre Felsstruktur des Bogens. Es folgte die Gestaltung der Behausungen, die wie Schwalbennester an dem Bogen kleben. Auch die hat Thomas Dubois mit Cinema 4D erarbeitet und die Gebilde modelliert. Mit MoGraph-Effektoren wurde diese Modelle schließlich vervielfacht und räumlich verteilt.

„Insgesamt gesehen ist ‚The Ark’ eigentlich keine besonders komplexe Szene“, stellt Thomas Dubois fest. „Probleme stellten sich erst beim Rendern ein. Da das Bild in sehr hoher Auflösung gerendert werden sollte, erwiesen sich die zu erwartenden Renderzeiten nach ersten Tests als exorbitant. Daran hatte insbesondere das hoch aufgelöste Displacement des Felsenbogens seinen Anteil! Ich habe daher den Bogen und die Gebäude separat voneinander gerendert und die beiden Elemente dann in Photoshop miteinander kombiniert und ergänzt.“ Das Resultat spricht für sich und ist ein gutes Beispiel dafür, wie Thomas Dubois seine Science-Fiction-Visionen mit Cinema 4D in spannende narrative Bilder umsetzt.

Wer sich die Werke von Thomas Dubois anschaut, versteht, warum Vorträge und Symposien auf denen er spricht immer schnell ausgebucht sind.

Thomas Dubois web site:

www.thomas-dubois.com/

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