Auf den zweiten Blick

Kunst kennt keine Grenzen: Ein Zyklus von Bildern erhielt mit Hilfe von Cinema 4D für eine Vernissage eine zusätzliche, nur durch die Kamera eines Tablets sichtbare virtuelle Dimension!

Bilder, ob Foto oder Gemälde, sind immer nur Momentaufnahmen. Die Darstellung des Davor und Danach ist dem Medium Film vorbehalten. Das erklärte Ziel der Künstlergruppe „Achter April“ ist es, das starre Korsett des Bildes mithilfe neuer Technologien aufzubrechen. Zu diesem Zweck verlieh sie in ihrem Projekt „Second Glance“ einer Serie von Bildern der Grafikerin Carolin Jörg mithilfe einer Augmented Reality Ebene eine zeitliche Dimension.

Die erste Idee zu diesem Projekt hatte Michael Fragstein, der sich immer wieder mit digitalem Zeichnen auseinandersetzt und es auch oft selbst nutzt, um Projekte zu skizzieren. Bei einem Vortrag zu diesem Thema lernte er die Künstlerin Carolin Jörg kennen und die Idee zu dem Projekt war geboren: Grafiken in Tusche auf weißem Papier, die durch eine Kamera eines Tablets betrachtet, eine virtuelle Ebene mit animierten Elementen erhalten, in denen sich die Dynamiken der Bilder fortsetzt. Zusammen mit Texten von Marie-Alice Schultz und Sounds von Marc Fragstein ist „auf den zweiten Blick“ ein eindrucksvolles Beispiel dafür geworden, wie Augmented Reality künstlerisch eingesetzt werden kann.

Die Animationen in der modifizierten, der künstlichen Realitätsebene, wurden von Michael Fragstein durchgehend mit Hilfe von Cinema 4D und X-Particles erstellt. Dabei wurde insbesondere darauf geachtet, in der Animation die Dynamiken in den Bildern und den Tuschefluss wieder zu spiegeln, die sich in den Bildern andeuten.



„Cinema 4D zusammen mit X-Particles ermöglicht die Simulation von Rauch, Flüssigkeiten oder Wind. Damit wird es möglich der Zeichnung zusätzliche Informationen hinzuzufügen, die es dem Betrachter ermöglicht, zusätzliche Dinge in den Bildern zu sehen. Damit kann es leichter werden, das Werk zu interpretieren oder darin gar Hinweise auf dessen Entstehung zu finden“, sagt Michael Fragstein.

Dass die Zeichnungen von Carolin Jörg dann speziell für diese Ausstellung erstellt wurden, eröffnete für Michael Fragstein mit jedem Bild neue Möglichkeiten für seine Animationen. Tatsächlich war die Zusammenarbeit zwischen Fragstein und Jörg sehr eng: Bereits beim Erstellen der Bilder machte sich Carolin Jörg darüber Gedanken, wie die Animation darin aussehen sollte und  Michael Fragstein entwickelte diese Inspirationen weiter, um schließlich die Animationen zu realisieren. Dazu gehörte auch, die Ideen nach Cinema 4D zu bringen und dort Wege zu finden, die Animationen umzusetzen. Insgesamt wurden so zehn verschiedene Videos für zehn Werke von Carolin Jörg über einen Zeitraum von drei Monaten realisiert. Mit der Software Metaio wurden die in Cinema 4D erstellten Inhalte dann als Augmented Reality Ebene umgesetzt, die im Rahmen der Ausstellungen verwendet werden konnten.

Nach der Premiere im Rahmenprogramm des Internationalen Trickfilm-Festival in Stuttgart, wo das „Second Glance“ Projekt in der Galerie Ebene0 mit großem Erfolg zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war „Second Glance“ in der Kunsthalle Hamburg und im Horst-Janssen Museum in Oldenburg zu sehen. Vom 23 Juni bis zum 7. Oktober besteht Gelegenheit die Ausstellung in der städtischen Galerie in Offenburg zu sehen.

Zudem gibt es jetzt in Apples App Store eine Gratis-App, mit der man sich eine gänzlich digitale Version der Ausstellung auf seinem iPad oder iPhone ansehen kann!



"Work in Progress" Videos:
Video 1
Video 2
Video 3

Michael Fragstein’s Vimeo Seite:
www.vimeo.com/fragstein

8ter April Webseite:

www.8apr.de/

Carolin Jörg’s Webseite:        
www.carolin-joerg.com/

Previous slide
Next slide