Ist doch alles nur Papier, oder?

Eigentlich sollten die mit Cinema 4D kreierten Animationen eine neue Art von Stockfotos werden, doch dann kam alles anders als gedacht!


Vom Origami inspiriert wollte Pingo van der Brinkloev eine Reihe besonderer Motive als Animationen umsetzen: Die Besonderheit seiner Szenen war der Look seiner Modelle, die allesamt den Eindruck einer aus weißem, gefaltetem Papier bestehenden Welt vermitteln sollten. Darüber hinaus gestaltete Pingo alle seine Papieranimationen als endlose Animationen. Endlos heißt in diesem Fall soviel, dass die Bewegung so aufgebaut ist, dass der Betrachter keinen Anfang und kein Ende finden kann, weil das Ende sozusagen in den Anfang mündet.

Viel Mühe gab sich Pingo mit der Darstellung des Papiers, das mit GI flackerfrei gerendert werden sollte, und das in einem vernünftigen Zeitrahmen. Mit einer Kombination aus QMC GI, rückseitiger Beleuchtung und ausgewogener Verwendung sekundärer Reflektion gelang es, die Renderzeiten pro Frame auf ca. fünf Minuten zu reduzieren. Die endlosen Loops der Animationen erstellte Pingo mit dem Cloner, ansonsten sorgte MoGraph als eines der wichtigsten Werkzeuge für das gewisse Wanken und Wackeln, das den glatten Bewegungen das nötige Quäntchen Unruhe verlieh.

Als Stockgrafiken feilgeboten, erzielten Brinkloevs Arbeiten jede Menge positive Kommentare. Der Webmaster der Seite, auf der die Animationen angeboten wurden, war begeistert. Aber niemand kaufte die Animationen!
Um nicht umsonst gearbeitet zu haben, editierte Pingo die Animationen mit zusätzlichen Kamerabewegungen, renderte sie neu, schnitt sie zu einem Kurzfilm zusammen und postete sie auf Vimeo. Schon wenige Tage später war „It’s Paper“, so der Name den Brinkloev seinem Film gegeben hatte, auf Vimeo mit den Prädikat „Staff Pick“ ausgezeichnet worden und entwickelte sich auch sonst zum Hit. Brinkloev erhielt Einladungen als Keynote Speaker, reichlich Job- Kooperationsangebote und unterm Strich, so sagt er, hat sich für ihn „ziemlich viel in Bewegung gesetzt", und fügt lachend hinzu „mit erstaunlich wenig Einsatz!

Pingo van der Brinkolevs Webseite:
www.pingo.nu

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