Der Garten der irdischen Gelüste

Um die mittelalterlichen Visionen des Malers Hieronymus Bosch in eine gegenwartsnahe Animation umzusetzen verwendete das niederländische Studio Smak Cinema 4D.

Die Malerei gilt manchem als der Ursprung aller Kunst, die sich mit Bildern beschäftigt. Der niederländische Meister Hieronymus Bosch ist als einer ersten Meister der Disziplin bekannt, sein Werk wird bis heute als visionär angesehen. Seine Interpretation der Hölle befeuert noch immer Albträume. Anlässlich des fünfhundertsten Geburtstags ließ das MOTI Museum in Breda der bekanntesten Arbeit des Künstlers eine spezielle Bearbeitung angedeihen: Der Garten der irdischen Lüste stellt das Mittelteil eines Triptychons dar in dem Bosch eben diese Lüste in Szene setzt. Studio Smak sollte dieses Bild nachempfinden und aus den mittelalterlichen Lüsten Laster machen, die der Gegenwart entsprechen und das Bild animieren.

„Der erste Schritt war es das Terrain aus dem Originalgemälde zu adaptieren und für unsere Zecke anzupassen. Da wir die Szene voller Charaktere packen wollten, brauchten wir Platz. Das Original war schon dicht bevölkert und als wir begannen alle unsere Ideen umzusetzen hatten wir schnell über 200 Figuren beisammen, die auch alle animiert werden mussten!“

Um Figuren zu animieren, müssen sie in der Regel mit einem Rig versehen werden. Eine Arbeit, die bei Studio Smak niemand gerne macht. Daher sah sich das Team nach Möglichkeiten um, die Arbeit zu erleichtern und stieß dabei auf den Online Rigging Sevice Mixamo von Adobe. „Das hat uns Angesichts der Vielzahl der Figuren gerettet: Die Modelle werden hochgeladen, dort automatisch mit einem Rig versehen, danach werden Mocap Daten hinzugeladen und der Charakter ist bereit zum Einsatz,“ erinnert sich Thom Snels, der zusammen mit Ton Meijdam und Béla Zsigmond das Team von Studio Smak darstellt. „Weitere Arbeiten wie zum Beispiel das Kombinieren verschiedener Animationen für eine Figur oder nahtlose Übergänge zwischen Loops haben wir dann in Cinema 4D gemacht.“

„Eine echte Aufgabe war es, die Perspektive des Orginals beizubehalten,“ sagt Thom. Bosch hat sein Bild in der klassischen mittelalterlichen Perspektive gemalt, in der es keinen wirklichen Fluchtpunkt gibt. Die einzelnen Elemente wirken, als seien sie einfach übereinander gelegt worden. „Um den Effekt für unser Bild zu reproduzieren, haben wir mit einer Kamera in Parallelperspektive gearbeitet. Die verschiedenen Elemente wurden alle einzeln gerendert und dann im Compositing immer kleiner eingefügt, je weiter sie vom Betrachter entfernt sind,“ merkt Thom an.

„Wir haben die Lustgarten Illustration/Animation exklusiv für das MOTI (Museum of the Image) erstellt und dazu mit Cinema 4D so ziemlich jeden möglichen Trick verwendet: seien es Cloner um einzelne Figuren zu multiplizieren, Effektoren um bestimmtes Bewegungsverhalten zu erzeugen oder die Charaktertools um ganz allgemein Bewegung in die Figuren zu bekommen.

Zurückblickend kann ich mich bei dem Projekt nur an den unglaublich umfangreichen Arbeitsaufwand erinnern, der erledigt werden musste, und daran das Cinema 4D uns zu keiner Zeit und in keiner Situation im Stich gelassen hat,“ erinnert sich Thom Snels.

Studio Smak Website:
www.studiosmack.nl

Studio Smak at Facebook:
www.facebook.com/STUDIO-SMACK-287330375863/

 

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