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Elitesoldat im Praktikantenmodus

Der Soldat der Zukunft als Bürobote? Eine lustige Idee, aus der Produzent Brennan Ieyoub einen Videoclip gemacht hat. Mit Effekten aus Cinema 4D!



Ego Shooter sind ein Spielegenre, das schon an sich ziemlich humorlos ausfällt, und Ubisofts neues Spiel „Tom Clancy’s Ghost Recon: Future Soldier“ stellt da noch einmal eine Steigerung dar. Eine Parodie auf dieses Spiel, in der die Eiseskälte des bis an die Zähne bewaffneten Zukunftssoldaten humorig gebrochen wird, kann man sich nur schwer vorstellen. Aber man braucht sich die Mühe auch gar nicht selbst machen, denn der in San Francisco beheimatete Film- und Videoproduzent Brennan Iceyoub hat das schon für uns getan. Über Youtube verbreitet sich gerade sein Film, in dem der „Future Soldier" in der Redaktion von IGN (Imagine Games Network) einen Job annimmt und seine HighTech-Ausrüstung für gänzlich andere Dinge nutzt als kriegerische Einsätze.

Entstanden ist der Film als Mittel des viralen Marketings, mit dem das neue Tom Clancy Game beworben werden soll. Ieyoub, der selbst für sieben Jahre bei IGN beschäftigt war, bevor er seine eigene Firma gründete, standen zwei Wochen zur Verfügung, um dieses Video zu erstellen. In dem Film sollte ein Zukunftssoldat, geradewegs dem Spiel entsprungen, einen Alltagsjob im Hause IGN annehmen. Für diese Produktion entwickelte Ieyoub nicht nur das Konzept, sondern schrieb auch das Script und erstellte mit Cinema 4D und After Effects alle benötigten 2D- und 3D-Motiongraphics.

Das Ziel war es, eine Parodie zu machen, in der der „Future Soldier“ seine Arbeiten im Büro authentisch mit dem ihm zur Verfügung stehenden Instrumentarium ausführt. Eine Aufgabe, die durch einen glücklichen Umstand erleichtert wurde: Ubisoft hatte gerade eine Promovideo für das Spiel fertig gestellt und aus dieser Produktion standen Kostüme und Dekorationsutensilien zur Verfügung, die Ieyoub verwenden durfte. Außerdem sollte bei der Gelegenheit dem Zuschauer ein Einblick in die Büros und die Arbeitskultur bei IGN gewährt werden.

Da Ieyoub sich selbst nur als einen Cinema 4D Anwender auf Schülerniveau sieht, hatte er eigentlich gar nicht geplant, Cinema 4D für die Effekte zu verwenden. Erst als einige Dinge ziemlich schief gingen, blieb ihm nichts anderes übrig. Die Szene, die wohl am spektakulärsten in die Hose ging, war jene, bei der die Drohne über der Schulter des „Bürosoldaten der Zukunft" schweben sollte. Als die Aufnahme dann gedreht wurde und der über ein Smartphone gesteuerte Parrot AR.Drone Quadricopter seinen Einsatz hatte, krachte er zuerst an die Decke des Büros, stürzte ab und löste sich dann am Boden in seine Einzelteile auf. Die Übungsstunden, die Ieyoub in seinem Wohnzimmer absolviert hatte, waren wohl nicht ausreichend gewesen.

Sein erster Gedanke, nachdem sich die Drohne in Wohlgefallen aufgelöst hatte, war: „Jetzt muss ich das Ding irgendwie in Cinema 4D machen“, erinnert sich Ieyoub lachend. Nachdem er online ein freies Modell einer Parrot AR.Drone gefunden und dieses mit dem Modell einer mechanischen Klaue verbunden hatte, konnte er damit schließlich alle nötigen Aufnahmen und Effekte erstellen.

Schnell merkte Ieyoub, dass sich Cinema 4D auch an anderer Stelle dazu einsetzen ließ, die Arbeit leichter zu gestalten und vor allen Dingen auch tatsächlich den Look zu erzielen, den er eigentlich vor Augen hatte. In einer Szene wirft der Bürosoldat die Post der Mitarbeiter durch den Raum. Punktgenau landen dabei Umschläge und Pakete in den Cubicles der Redakteure. Nach einem Versuch, die Pakete tatsächlich aus dem Off in die Szene zu werfen, nahm Ieyoub schnell Zuflucht zu Cinema 4D. Er modellierte die Pakete, versah sie mit Proxy-Geometrie und Physics, und ließ sie dann durch einen Partikelemitter in die Szene werfen. „Mit ein wenig Nacharbeit konnte ich so die Pakete fliegen und präzise auf bestehenden Paketstapeln landen lassen. Die fliegenden Pakete erhielten dadurch eine realistische aber gleichzeitig comichaft überzeichnete Anmutung“, merkt Ieyoub an.

„Unterm Strich“, sagt Brennan Ieyoub, „konnte ich die Leistung von Cinema 4D vor allem deshalb so effizient für die komplexen Aufgaben des Videos nutzen, weil es so vielen hilfreiche Tutorials online gibt.“ Auch die fast nahtlose Integration in After Effects, die es ihm ermöglichte Kameradaten zwischen den beiden Anwendungen auszutauschen, erleichterte die Produktion ungemein. „Sicherlich hätte ich dieAufgaben etwas eleganter lösen können“, sagt Ieyoub. „Aber was am Ende zählen die Resultate und mit denen waren die Auftraggeber bei Ubisoft sehr zufrieden.“

Den vollständigen Artikel finden Sie hier:
Renderosity

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