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Die Geheimnisse von Sydneys Opernhaus, veranschaulicht in 3D

Ein faszinierendes Gebäude mit bewegter Geschichte als Thema einer ausführlichen Dokumentation! Die mit Cinema 4D erstellte Computergrafik gewährt dabei tiefe Einblicke in die Architektur.

Die Form des Opernhauses der australischen Stadt Sydney ist zeitlos. 1956 entstand das Design, 1973 wurde der Bau fertig gestellt: 42 bzw. 59 Jahre alt und das Gebäude wirkt, als sei es gestern vollendet worden. Die Entstehungsgeschichte des Hauses ist ebenso spannend wie die Form faszinierend. So frisch wie das Design der Oper sollte auch die Dokumentation werden, die durch das 2012 vom Sydney Opera House selbst in Auftrag gegeben und durch die Australian Broadcast Corporation produziert wurde. Berichtet werden sollte über die Entstehungsgeschichte von den ersten Anfängen bis hin zur Eröffnung. All die Schwierigkeiten und Hindernisse, mit denen das Projekt in seiner zwanzigjährigen Entstehungsgeschichte konfrontiert war, sollten verständlich dargestellt werden.

In den Kapiteln, in denen die architektonischen Implikationen des Projektes dargestellt werden, kommt auch 3D-Grafik zum Einsatz. Trotz der Vielzahl historischer Bilder gab es eine Reihe von Sachverhalten, die einer speziellen grafischen Aufbereitung bedurften, um leichter verständlich zu werden. Diese Bilder und Animationen wurden durch ein dreiköpfiges Team bei ABC realisiert, zu dem auch Reuben Hill gehörte.

Seine Karriere begann Reuben als Szenenbildner für Filme wie Star Wars Episodes II und III, Moulin Rouge und die Matrix Sequels wo er Modelle und Miniaturen in traditioneller Art und Weise bemalte. Fasziniert von den Möglichkeiten der 3D-Grafik, begann er mit Cinema 4D R11 tiefer in das Thema einzusteigen. Mit Geschäftspartner Sam Doust wurde schließlich Latchkey Story Design gegründet.

Für das Projekt ging es darum, den Bau der Oper in schematischen Ansichten darzustellen und zu animieren. Die einzelnen Bauabschnitte sollten isoliert gezeigt werden, um die jeweiligen Besonderheiten besser erklären zu können. Reuben stellte in diesen Bildern die reine Geometrie des Gebäudes in einfachem Schwarzweiß dar, gerendert mit Global Illumination und Ambient Occlusion um den weißen Objekten Volumen und Tiefe zu verleihen. Die Beleuchtung wurde mit einem physikalischem Himmel erstellt und zum Rendern verwendete Reuben je nach Bedarf den internen Standard- oder den Physikalischen Renderer.

In seiner 20-jährigen Entstehungsgeschichte wandelte sich das Erscheinungsbild der Oper stark: von einer muschelartigen Anmutung zu der Kathedralenform, die wir heute sehen. Diese Wandlung der Form wurde im Rahmen einer Animation genauer erläutert. Auch in dieser Animation blieb Reuben dem grundsätzlichen schwarzweißen Stil treu. Um zu verdeutlichen, dass es sich um nicht realisierte Varianten handelt, arbeitete Reuben mit Sketch and Toon, um den Look einer Architekturzeichnung zu erzielen.

Ein Schlüsselmoment dieser Wandlung war die Einsicht des Architekten Jørn Utzon, dass sich alle Elemente des Operndaches aus Kreis- bzw. Kugelformen ableiten ließen. Ein Sachverhalt, der im ersten Moment schwer verständlich ist, jedoch in Reubens Animation klar erkennbar wird (Link).

Eine weitere Animation widmet sich der Erklärung, wie Utzon die Inspiration zu seinem Entwurf für das Opernhaus aus Vorbildern der klassischen Architektur gewonnen hat. Hier zeigt Reubens Arbeit z.B. das blanke Fundament der Oper und legt dar, wie sich Utzon durch die megalithischen Bauten mittelamerikanischer Völker wie der Azteken hat inspirieren lassen. Auch diese Animation wurde klar in Schwarzweiß gerendert und mit Ambient Occlusion und Global Illumination in Szene gesetzt.

Die Art, wie Reuben Hill die animierten Illustrationen umsetzt, bettet sich homogen und unaufdringlich in die Dokumentation ein, bringt die Sachverhalte visuell auf den Punkt und konzentriert sich auf das Wesentliche, ohne dabei die Gesamtheit des Gebäudes zu vernachlässigen.

Der Neuseeländer Reuben Hill kann mit seinen 40 Jahren bereits auf eine spannende Karriere zurückblicken. Die Aufgabe, die Infografiken für die Dokumentation über Sydneys Opernhaus zu schaffen, war ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere. Reuben Hill stellt dazu fest: „Geschichte ist oft so spannend wie ein Krimi und Illustrationen dafür schaffen zu können, zieht dich regelrecht in das Thema hinein. Die Möglichkeit Jørn Utzons kreisbasierte Lösung in einem 3D Erklärstück in Szene setzen zu können war eine spannende Erfahrung. Besonders wenn man ein Werkzeug wie Cinema 4D hat, durch das man technischer Probleme entbunden wird und sich mit aller Kreativität dem Projekt widmen kann!

Link zur Dokumentation:
www.theoperahouseproject.com/

Link zu Latchkey:

www.latchkey.co/

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