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Von animierten Morgellonen und Nanobots

Wenn in Filmen an DNA herumgepfuscht wird, führt das meist zu ernsthaftem Chaos und vielen Spezialeffekten, die hier auch mit Cinema 4D geschaffen wurden.

Meleah Maynard

Luke Scott, der Sohn von Ridley, tritt in die Fußstapfen seines Vaters und versucht sich als Filmemacher. „Morgan“ heißt sein erstes Werk, in dem es um ein gleichnamiges menschliches Wesen geht, dessen Entstehung angewandter Bio-Ingenieurskunst und fleißigen Nanomaschinen geschuldet ist. Das rasend schnell wachsende Kind entzweit sich mit seinen Schöpfern und schon befindet sich der Zuschauer in einem rasanten Sci-Fi-Thriller um ein entfesseltes Überwesen.



Bis es soweit ist, gibt der Film aber auch Einblicke in Morgans Erschaffung. Dabei dürfen natürlich auch Aufnahmen nicht fehlen, in denen auf mikroskopischer Ebene Zellen manipuliert werden. Um hier die Vorstellungen von Regisseur und Produktionsdesigner zu erfüllen und trotzdem den nötigen realistischen Look zu gewährleisten, wurde mit MadMicrobe ein Animationsstudio verpflichtet, zu dessen Kernkompetenz Effekte genau dieser Art gehören. Joe Dubin, der Mitgründer des Studios erklärt, wie die Aufnahmen unter Einsatz von Cinema 4D, X-Particles und After Effects entstanden:

Die erste Szene die wir realisieren sollten war die einer embryonalen Zelle, die mit einer Micropipette modifiziertes Genmaterial injiziert bekommt. Diese als Schöpfungssequenz bezeichnete Szene zeigt sozusagen die Entstehung Morgans. Sie ist im Film auf einem Computerbildschirm zu sehen und sollte einen Look haben, wie man ihn von Elektronenmikroskopen her kennt. Gefragt war eine Sequenz, in der man das modifizierte Material in die Zelle strömen sieht, als bestünde es aus Morgellonen. Den Teil, in dem die Pipette gemächlich durch die Zellwand drückt und diese schließlich nachgibt und zurückfedert, haben wir nach einigen Versuchen mit Soft Bodys und Dynamics mit einem FDD und dem Nachfedern-Deformer realisiert. Die injizierte DNA sollte an die genannten Morgellonen erinnern und wir haben sie mit X-Particles realisiert, auf die wie noch einen Turbulenzeffekt angewendet haben. Um kompatibel mit dem Kunden zu bleiben, setzten wir die Szene mit Cinema 4Ds physikalischen Renderer um, der meiner Meinung nach weit besser und schneller ist als sein Ruf!

In einer weiteren Szene sollte das Team von MadMicrobe zeigen, wie ein Nanobot das neuronale Netzwerk Morgans infiltriert. Man sieht man ein Geflecht aus Neuronen, in das der Nanobot hineinschwebt, sich auf einem Knoten niederlässt und dann in diesen eindringt, bzw. mit ihm verschmilzt. „Bei dieser Szene war anfangs nicht wirklich klar, wie sie aussehen sollte. Vom Design des Bots bis hin zur Art und Weise der Verschmelzung gab es nur grobe Konzepte, was uns die Freiheit ließ eigene Ideen einzubringen, die wiederum aufgegriffen und variiert wurden. Da uns für beide Shots nur etwa zwei Wochen Zeit blieben und wir auch noch Styleframes und Testanimationen abliefern mussten, haben wir Jon Bosley an Bord geholt, ein Cinema 4D Artist aus England. Er half uns bei Beleuchtung, Texturierung und den Partikeleffekten.

Bei der Modellierung des Nanobots haben wir ein einfaches Polygonmodell erstellt und die Antennen, die aus dem kugelförmigen Basiskörper ragen, mit MoGraph auf der Oberfläche verteilt. Obwohl die Szene letztlich den monochromen Look eines Elektronenmikroskops haben sollte, bestand der Regisseur darauf, den Nanobot in Orange anzulegen. Nachdem die Freigabe des Konzeptes für den Bot da war, haben wir ihn in ein HighRes-Modell umgewandelt und dann mit Cinema 4Ds Sculpting-Tools Beulen und Kratzer hinzuzufügen, durch die die Oberfläche einen abgenutzten Eindruck machte
“, erinnert sich Joe Dubin.

Nach diesem spektakulären Einsatz für die Filmindustrie widmen sich MadMicrobe wieder ihrem eigentlichen Geschäft und arbeiten an einer Reihe von medizinischen bzw. wissenschaftlichen Animationen. „Sicher ist das unsere Kernkompetenz, aber wir sind immer offen dafür, unsere CGI-Fähigkeiten auch im Rahmen anderer Projekte zum Einsatz zu bringen“, schließt Joe Dubin.

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