Die Mauer steht wieder

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hat ART+COM Teilstücke der Grenzanlagen in Berlin und Sachsen-Anhalt für die Dokumentation „Eingemauert!“ rekonstruiert. Im Auftrag der Deutschen Welle entstand mit Hilfe von CINEMA 4D eine zehnminütige Tour durch die Mauerstreifen der Bernauer Straße in Berlin und im Grenzabschnitt Hötensleben.

Ziel des Films ist es, Abfolge und Funktion der einzelnen Sperrelemente zu veranschaulichen. Mit Hilfe von Historikern der Gedenkstätte Berliner Mauer und des Grenzdenkmalvereins Hötensleben wurden die Sperranlagen, wie sie Anfang der 1980er Jahre die DDR von der Bundesrepublik trennten, detailgetreu nachgebildet.

Simon Häcker, Gestalter bei Art+COM, berichtet:

„Die Deutsche Welle wollte eine komplette Animation, ohne Realbilder, die in HD (720p50) gerendert werden sollte. CINEMA 4D wurde für alle 3D-Aufgaben genutzt. Beim Rendering kam VrayforC4D zum Einsatz, da die Projektbeteiligten hiermit auch schon in der Vergangenheit arbeiteten und ihre Erfahrungen mit diesem Programm dem Mauerprojekt zu Gute kamen. Für das Projekt wurde die ART+COM-eigene Renderfarm auf Windows XP 64 umgerüstet, da sich schnell zeigte, dass die Hauptspeichernutzung beim Rendern teilweise auf 7 GB hochschnellte. Dies war hauptsächlich den detaillierten Szenen geschuldet, die am Ende Tausende von Objekten mit Millionen von Polygonen enthielten.

Als unverzichtbares Hilfsmittel in der Produktion erwies sich bald das Modul MoGraph, das intensiv für alles - von Bewuchs bis Spanischen Reitern - genutzt wurde. Ausgezeichnet funktioniert haben die Ebenenshader, besonders im Zusammenhang mit Punktwichtungen. Für das handling komplexer Modelle bauten wir die Szenen mit vielen XRefs auf. Auch die Ebenenstruktur war wichtig, da Arbeiten in Echtzeit irgendwann nur noch möglich war, wenn die entsprechende Ebene dafür in den Solomodus geschaltet wurde.

Wir renderten alle Bilder im OpenEXR-Format, wobei wir bewegte und unbewegte Elemente immer trennten. Für das Compositing verwendeten wir After Effects und dort wurden auch Elemente wie der Abgasqualm der Autos hinzugefügt. Als etwas aufwändiger erwies sich der Tiefenkanal, der schließlich mit einem kamerazentrierten Hell-Dunkel-Verlauf gerendert werden musste, um die Alphatexturen bei Baumblättern korrekt darzustellen. Er war allerdings unverzichtbar, da der Look des Films neblig sein sollte.

Der fertige Film ist auf Youtube zu sehen und wird darüber hinaus in der Gedenkstätte Berliner Mauer gezeigt und von der Deutschen Welle international vertrieben.“

Der Film auf Youtube:
www.youtube.com/watch?v=jlbAUFvh04k

Making of:
www.youtube.com/watch?v=Rpr4oEVHf3Y

Produktion:
ART+COM (www.artcom.de)

Deutsche Welle (www.dw-world.de)