30. Juli 2009

Kawasaki ER-6n Trailer – Ein Making Of

Kawasaki ER-6n - ein sog. Naked-Bike, soll in einem Trailer von einer Minute vorgestellt werden.

Die enge Deadline und die Tatsache, dass man keine 3D-Daten der ER-6n bekam (die zum Produktionszeitpunkt überdies auch noch streng geheim war), erforderte einen Balanceakt zwischen Realisierbarkeit und gewünschtem Ergebnis. Zusammen mit den Spezialisten von Scanwerk, die für Filmabtastung und hervorragendes Colorgrading bekannt sind, wurde um Regisseur Tom Moran ein Team von Freelancern zusammengestellt, um die Aufgabe gestalterisch als auch technisch in dem sehr engen Zeitrahmen umzusetzen.

Das Konzept sah vor, dass das real gedrehte Motorrad mit einer 3D-Szenerie kombiniert werden sollte. So mussten alle Kamerafahrten getracked und das reale Motorrad freigestellt werden.

Die Wahl der Werkzeuge war schnell getroffen. Die schnelle Render-Engine von CINEMA 4D gepaart mit der exzellenten Anbindung an After Effects ermöglichte einen sehr flexiblen und effektiven Workflow.

Post-Production

Nach der Kundenabnahme der Animatics wurde bereits vor den Dreharbeiten begonnen, die 3D-City-Szenen vorzubereiten. Die nur aus Würfeln bestehenden Szenen der Animatics sollten nun in stilisierte Stadtszenen ausgearbeitet werden. So wurden sowhol aus 3D-Modellbibliotheken als auch neu erstellten 3D-Modellen verschiedene Straßenzüge zusammengestellt.
Für den skizzenhaften Look der Akteure und Akrobaten wurden exemplarische Szenen ausgewählt und ein Effekt-Setup in After Effects erstellt. Dabei wurde ein Preset erstellt, um den Aufwand für die nachfolgenden Szenen zu minimieren.

Die für die 3D-Animationen selektierten Shots galt es nun mit zu tracken, um die real gedrehten Kamerafahrten in CINEMA 4D verwenden zu können. Nach der Übergabe der Trackingdaten mussten die Kamerafahrten der Animatics an die real gedrehten Fahrten angepasst werden. Dabei kamen neben einem hierarchischen Objekt-Setup mit XPresso-Schaltungen auch die in CINEMA 4D R11 eingeführten Motionlayer zum tragen. Während der 3D-Arbeiten wurden die Shots parallel freigestellt.

Nach dem Rendern in einer kleinen Renderfarm wurden die 3D-Animationen nun mit den Realaufnahmen in After Effects zusammengeführt. Gleichzeitig wurden für die Wände und den Boden diverse 2D-Grafiken in Photoshop erzeugt, anschließend in After Effects animiert und schließlich mit Alpha-Kanal als QuickTime gerendert.
Zum finalen Compositing kombinierte man nun die animierten Grafiken, die stilisierten Personen und Akrobaten sowie die 3D-Renderings mit den Shots.

Da die in CINEMA 4D erzeugten Kamerafahrten in After Effects übernommen wurden, halfen Null-Objekte aus CINEMA 4D die 2D-Ebenen im 3D-Raum von After Effects zu positionieren. Nach der Bearbeitung aller Shots wurde der gesamte Clip schließlich unkomprimiert an den Clipster der Scanwerk GmbH übergeben und von Peter Deinas farbkorrigiert / gegradet.

Eine noch ausführlichere Version der Story finden Sie in der Digital Production, Ausgabe 1-2009.

Produktion:
Tom Moran (Pool Productions Media), Scanwerk GmbH

Art-Director:
Akira Endo , Robert Hranitzky

Kamera:
Christoph Dammast

Editing:
Christian Lang

3D-Animation & Compositing:
Akira Endo, Robert Hranitzky, Daniel Hennies, Max Iglesias

Online:
Akira Endo

Color Grading:
Peter Deinas (Scanwerk)

Musik:
Frank Brunier