28. Oktober 2009

I´ll Kill Her

Eine Reise in die Gedankenwelt einer Sängerin: Eine ungewöhnliche Diplomarbeit ungewöhnlich realisiert.

Joerg Barton hat als Diplomarbeit im Studiengang Mediendesign an der FH Mainz ein Musikvideo zu dem Liebeslied "I´ll kill her" der Sängerin Soko in Eigenregie produziert.

Hierfür hat Joerg die Gedankenwelt der Sängerin, welche in dem Lied ihre Gefühle nach einer gescheiterten Liebesbeziehung besingt, visualisiert. Inspiriert von dem astartigen Aussehen von Neuronen, welche bei der Gedankenentstehung eine wichtige Rolle spielen, sollten die negativen Gedanken, die Verzweiflung der Sängerin, durch abgestorbene, blätterlose Aststrukturen dargestellt werden. Im Gegensatz zu den toten, trist wirkenden Ästen wurden die positiven Träume, die Hoffnungen und schönen Erwartungen der Sängerin durch verspielte, organische, an kitschige Ornamente erinnernde Formen visualisiert.

Die Anmutung des Videos ist keineswegs realistisch. So wurde bei den Grafiken auf real existierende perspektivische Ansichten bewusst verzichtet um den surrealen Charakter des Videos zu unterstreichen. Joerg Barton erzählt uns ein wenig über die Hintergründe des Videos und wie er einzelne Teile des Videos mit auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlichen, relativ einfachen CINEMA 4D Boardmitteln realisiert hat:

„Das Video wurde mit einer Collagentechnik verwirklicht, bei der verschiedene in CINEMA 4D erstellte und animierte Objekte mit Film-und Fotomaterial in After Effects kombiniert wurden. Bei der 3D-Animation habe ich zahlreiche Animations- und Simulationstechniken aus CINEMA 4D verwendet. So wurden beispielsweise die Haare der Hauptdarstellerin mit dem Modul „HAIR“ erstellt und animiert. Eine Polygonkugel mit Haaren versehen bietet hier eine schnelle und einfache Lösung. Die Kugel wurde auf „nicht sichtbar“ gestellt, in ihrer Form an den Kopf der gefilmten Darstellerin angepasst und mit einer Drehbewegung animiert. Ein abschließendes Rendering der Haare im Alpha-Kanal ermöglichte es mir, sie anschließend in After Effects mit der freigestellten Darstellerin zu kombinieren.

Den Flügel der Schmetterlinge zeichnete ich bespielsweise in Illustrator und verwendete das Ergebnis anschließend im Leuchten- und Alpha Kanal eines CINEMA 4D-Materials. Für die Animation der Flügel gab ich den Ebenen, auf welchen die Flügelmaterialien liegen, animierte Biegeobjekte um die bei der Flugbewegung eine typische Deformierung der Flügel zu simulieren. Auch hier kombinierte ich den Schmetterling, inklusive CINEMA 4D-Bewegungsunschärfe, mit anderen gerenderten Elementen nachträglich in After Effects.

Die Animation der wehenden, in Illustrator gezeichneten Banner, welche um das Herz gewickelt sind, wurden in CINEMA 4D mit dem Modul „Clothilde” realisiert. Die Blätter der zahlreichen Blumen wiederum entstanden in Illustrator und wurden samt Alpha-Kanal als Material in CINEMA 4D importiert und mithilfe des CINEMA 4D-Plugins „Xfrog” animiert.

Die surreale Kameraperspektive kann man dadurch erzielen indem man diversen 3D-Formen- und Objekte mit unterschiedlichen Kamerafahrten und Bewegunsunschärfe in CINEMA 4D rendert und anschliessend in After Effects zusammenfügt.

Mehr Informationen

Internetportfolio: www.joerg-barton.com

Seiteder FH Mainz: www.fh-mainz.de

Video"I´ll kill her" auf Vimeo: http://www.vimeo.com/5020497