Wie die Absenz von Inspiration selbst zur Inspiration wurde.
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Als Simon Fiedler sich mit der Aufgabe konfrontiert sah, als Abschlussarbeit für sein Medien-Design Studium einen Diplomfilm zu erstellen, war ein Thema schnell gefunden: Die Idee selbst sollte im Mittelpunkt stehen. Wie entstehen Ideen, wo kommen sie her, wie funktionieren sie, wie fühlen sie sich an? Die Annäherung an das Thema zeigte, dass eine Idee kein stringentes Ereignis ist, das einen Anfang, einen Höhepunkt und ein Ende hat. Es ist ein Geflecht von Elementen, die einander gegenseitig beeinflussen und in einem höchst komplexen System kausal zusammenhängen. Nach einigen Wochen glaubte sich Simon Fiedler hemmungslos verloren in diesem Gewirr und war der Vollendung seiner Abschlussarbeit nur unwesentlich näher gekommen. So faszinierend das Thema sich darstellte, so schlecht ließ es sich fassen, verständlich machen und in einen Film umsetzen.
Erst der Rat des betreuenden Professor Ihmels brachte für Simon Fiedler den Durchbruch. Warum nicht das Gefühl des „nicht Weiterkommens“ in Bilder fassen? Die kreative Blockade selbst darzustellen und zum Thema zu machen, entzündete in Fiedler ein kreatives Feuerwerk. Aus dem Konglomerat aus Ratlosigkeit, Panik, kreativer Blockade und Versagensangst siebte er so viele Impressionen, Bilder und visuell eingefangene Gemütszustände heraus wie möglich. Aus diesen Symbolen filterte Simon Fiedlers schließlich die Bilder für seinen Diplomfilm.
Als Zeichen für die Idee selbst wählte Fiedler in Droplets die Schale des Nautilus, eine schneckenhausartige Struktur, deren Windungen sich mit einer Fibonacci Zahlenfolge beschreiben lassen. Fibonacci Zahlenfolgen bezeichnen Zahlenketten, in der ein Wert sich jeweils aus den zwei vorhergehenden in der Kette ergibt. Der Nautilus, und damit auch die Zahlenfolge, steht in Fiedlers Bilderwelt für die Inspiration in ihrer ursprünglichen, reinen Form.
Diese Form unterzieht Fiedler im Laufe seines Filmes mehreren Metamorphosen, die teils von Innen kommen, teils durch äußere Katalysatoren ausgelöst werden. Die zunächst rein destruktiv anmutenden Ereignisse ziehen die klare und elegante Form des Nautilus, und damit die Inspiration, mehr und mehr in Mitleidenschaft, scheinen sie schließlich sogar zu zerstören! Aber eindrucksvoll zeigt sich das die Trümmer der Inspiration der einen Idee, den Grundstock für eine gänzlich neue Idee bilden.
Die Beobachtung eines Regenschauers, dessen Tropfen auf einem Gehweg vor einem Café sich zu einer Pfütze zusammenfanden und ein neues Ganzes bildeten, inspirierten den im Café sitzenden Fiedler für die Namensgebung des Films: Die vielen Tröpfchen (Droplets) die eine Lache bildeten, reflektierten die zugrunde liegende Philosophie perfekt.
Bei der Entstehung an Droplets arbeitete Simon Fiedler mit CINEMA 4D und After Effects. Insbesondere CINEMA 4D hatte gewichtigen Anteil an der Produktion. Partikeleffekte, Hair, MoGraph, Dynamics, Mocca, Xpresso und C.O.F.F.E.E. kamen auf unterschiedlichste Art und Weise zum Einsatz. Die Partikeleffekte halfen beim Erzeugen der, an zündende Synapsen erinnernden, Feuerwerksexplosionen. Mocca, Xpresso und C.O.F.F.E.E. wurden bei den Animationen der Stahltrossen eingesetzt.
Link to the film Droplets:
www.vimeo.com/22391017
Website Simon Fiedler:
www.sugarview.de
Website Daniel Mauthe (Sound Design):
www.danielmauthe.net
Website Ben Krahl (Musik):
www.benkrahl.com