10. Januar 2010

Bomb Guy - lass krachen!

CINEMA 4D als Character-Tool. Eine zweiminütige Animation in der Bomb Guy es ungewollt krachen lässt.

Ein CINEMA 4D Character lässt es in dieser zweiminütigen Animation ungewollt krachen. Die Studienarbeit von Andreas Gaschka zeigt auf schöne Art und Weise, wie Retrogefühle alter Nintendo Klassiker mit Hilfe von CINEMA 4D geweckt werden können.

Der als Teaser aufgemachte Film für das fiktionale Speed Running oder Jump 'n Run Spiel "Bomb Guy" kommt im klassischen Look der alten Konsolenspiele daher. Während die normale 3D Produktion selbstverständlich nach optischer Perfektion strebt, hat Andreas Gaschka von Anfang an bewusst auf Elemente wie Phong Shading und Anti Aliasing verzichtet, um dem Aussehen der alten 8bit-Ära so nah wie möglich zu kommen. Weiche Farbübergänge und klassische Dreipunktlichter wurden gegen Dithering und flache Beleuchtung ausgetauscht.

Aufgrund des Ziels, das Projekt stereoskopisch zu produzieren, musste auf eine klassische Compositing-Orgie, wie sie für Motiongraphics ansonsten üblich ist, größtenteils verzichtet werden. Bis auf das Game-Interface entstand der komplette Film direkt in CINEMA  4D. Allein der Dithering Look wurde über eine spezielle Stapelverarbeitung des Multipassrenderings in Photoshop und Aftereffects gelöst. Ausserdem wurden alle Texturen in Illustrator und Photoshop entworfen.

Für die Bomb Guy Produktion kam die komplette Klaviatur der CINEMA  4D Software zum Einsatz. Das komplette Modeling wurde in CINEMA  4D umgesetzt. Der Charakter wurde mit MOCCA und XPresso geriggt, die einzelnen Animationloops als Motionquellen abgespeichert und über die R11 Motion Layer Zeitleiste ineinandergeblendet. Beim Run der Hauptfigur durchs Level kam das relativ neue Pivot-Objekt zum Einsatz. Sämtliche Effekte wie Funken, Wellen oder auch Typo-Animationen wurden sowohl mit Hilfe des klassischen Partikeltools, als auch mit Thinking Particles, MoGraph und XPresso umgesetzt.

Der gezeichnete Stil des Sketch&Toon Moduls als auch das Multipassrendering waren die Kernbestandteile des angestrebten Looks. Für die anaglyphe rot-grün Umsetzung wurde das SVI Stereo 3D Editor Plugin von "Spatial View" verwendet, wodurch eine stereoskopische Ansicht direkt im CINEMA  4D Viewport möglich ist. Um das Rendering zu vereinfachen, nahm Andreas Gaschka die vom Plugin ermittelten Werte und übergab sie per XPresso an die CINEMA  4D internen Kameras. Der Layerbrowser half enorm dabei die komplexen Szenen stets übersichtlich zu halten, so dass die Arbeit im Viewport flüssig von der Hand gehen konnte.

Andreas Gaschka: "Ich arbeite gerne mit CINEMA  4D, ein relativ unkompliziertes 3D Tool, welches mir aber dennoch die nötige Flexibilität bietet, die ich brauche um meine Ideen umzusetzen! Besonders die neuen Features der R10 und R11 sind sehr gut strukturiert, durchdacht und erlauben schnelles, ergebnisorientiertes Arbeiten auch unter Zeitdruck."

Mehr Informationen:

www.gaschka.tv

Fertiggestellter Film
http://vimeo.com/5820479

Stereoskopische Version für anaglyphe Brillen
http://vimeo.com/5898568